News: Archiv 2006

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Ausblick...

Stimmt! Eigentlich wär's jetzt Zeit für einen Saisonrückblick. Aber, ich hab mein Sportjahr 2006 bereits seit meinem Trainingsbeginn in der ersten Novemberwoche abgehakt. Gedanklich bin ich schon so sehr auf 2007 fixiert, dass mir beim Überprüfen der Ablaufdaten von Lebensmitteln bereits mehrmals der Fehler unterlaufen ist, 2006er Lebensmittel als lang abgelaufen zu betrachten… (übrigens dürfte ich diese Marotte nicht geerbt haben, denn bei meiner Oma ist's genau umgekehrt, die hält die Sachen aus dem 2005er Jahr noch für taufrisch).

In den letzten Tagen hab ich einen Wunschrennplan erhalten, in den ich alle meine Startwünsche und Saisonziele eintragen soll. Ist aber gar nicht so einfach. Wir werden ein wirklich hochkarätiges Programm fahren. Dass mein Team Volksbank mit einer sensationellen Wildcard für die "Tour de Suisse" bedacht wurde. ist ja mittlerweile offiziell, aber auch "inoffiziell" gibt’s noch einige Schmankerln am Kalender, die der "Tour de Suisse" kaum nachstehen… und mir mehr als nur Respekt einflössen. Natürlich sind solche Aussichten aber auch ein großer Ansporn, täglich wieder 110% zu geben und nicht wie in den letzten Saisonen als quasi "Beamter" mit 98% zufrieden zu sein.

Die Zielsetzung ist natürlich extrem schwierig, da bereits die Team internen Qualifikationen nicht ganz einfach werden… aber ich hab schon eine grobe Vorstellung und bin sicher, mit etwas Glück und Flexibilität wird sich auch für mich einiges ergeben.

Trotz allem hab ich aber natürlich auch versucht ein wenig zurückzublicken, bin dabei aber nie besonders weit gekommen. 2007 wird es nämlich erstmals seit Jahrzehnten kein Elite-Radteam in Linz mehr geben. Mich ärgert das furchtbar und vermiest mir den Blick zurück auf fünf wirklich schöne Jahre so richtig. Ehrlich gesagt halte ich diese Tatsache für eine echte Schande für den gesamten oberösterreichischen Sport und muss sofort wieder aufhören darüber zu schreiben, weil ich mich sonst so richtig in Rage tippen würde…

Vielen Dank aber an Hubert Stankovsky, der in den letzten Jahren ganz eindrucksvoll gezeigt hat, was mit Visionen und Engagement möglich ist. Hubert hat seit der Übernahme des Linzer Radclubs im Jahr 2000 mit seinen Teams fast alles erreicht, was im österreichischen Radsport möglich ist. Staatsmeister (Straße und Bahn), Etappensieger bei der Ö-Rdf., Sieger beim Uniqa Classic, zweimaliger Sieger im österreichischen Cup ("Bundesliga"; Einzel und Mannschaft), Sieger bei der Steiermarkrundfahrt und unzählige Erfolge bei internationalen und nationalen Rennen. Ich möchte hier keine Dankesrede schreiben, sondern werde mich selbst immer wieder bei ihm für seine Leistungen bedanken. An alle Stankovsky-Kritiker sei nur gesagt: Nachmachen meine Herren! Ja sagend und kopfnickend, wird’s aber schwer...

So, nach diesem kleinen vorsilvesterlichen Kracher möchte ich noch allen einen guten Rutsch und viel Gesundheit und Spaß im neuen Jahr wünschen.

Ich werde am vierten Jänner fast genau wie im Vorjahr mit meinen Freunden Werner Riebenbauer und Patrick Riedesser ins Trainingslager nach Calpe fahren. Den vierten Mann im Bunde Lance Lener wird heuer Gerhard Trampusch ersetzten, der sicher nicht nur als Persönlichkeit sondern auch in seiner Funktion als "Moped" eine echte Bereicherung sein wird… Ich werd mich bemühen, mich mal zu melden. Bis dahin alles Gute!

 

Team - Building...

Ich nehm' zwar an, dass alle die sich für meine sportliche Laufbahn interessieren längst wissen, dass ich im nächsten Jahr für das Team Volksbank fahren werde, der lieben Ordnung halber sei das hier aber noch mal ganz offiziell vermerkt.

Natürlich freut es mich sehr im nächsten Jahr für das beste österreichische Radteam fahren zu dürfen, aber das is' eh klar… Wie auch immer, letzte Woche gab's im Ländle ein erstes Zusammentreffen in Form eines "Überlebenstrainings light":

Nun, ursprünglich war ich (wie viele andere auch) ja ziemlich skeptisch, was die Aktion Team-Building betraf, ein Riesenaufwand und noch dazu geleitet von einem Militärschädel… Und genau diese Zweifel wurden gleich nach wenigen Minuten bestätigt, ein typischer Vizeleutnant - in Uniform versteht sich – führte gleich mal Standes- und Gepäckskontrolle durch und drohte mit der pädagogisch so wertvollen Kollektivstrafe… Na Bravo.

Aber bereits auf der ersten Etappe unseres Trips ins Ungewisse wurde klar, dass wir zumindest als Team von diesem Manöver profitieren würden. Auch der Nebel durch den es zu navigieren galt, trug seines bei und verschleierte etwaige Berührungsängste und Unsicherheiten, falls überhaupt vorhanden.

Das Eis ganz zu schmelzen brachte dann Harry Morscher bei Station zwei. Einem Kanu-Trip über einen Baggersee. Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich aufrichtig hoffe, dass der Harry seine tollpatschigen Einlage von langer Hand, quasi als Instrument des Team-Buildings geplant hat… ansonsten nämlich, würd' ich mir jedes Mal Sorgen machen, wenn ich am Hinterrad dieses Bewegungskünstlers bei Tempo 60 oder mehr auf 23mm dünnen Reifen durch winkelige Ortsdurchfahrten preschen müsste. (Wobei eigentlich kann's mir wurscht sein, wurde ich doch hauptsächlich ins Team geholt um vor den schnellen Leuten - zu denen auch Harry zählt - zu fahren.)

Wie auch immer der Duke hatte das  sprichwörtliche Eis, mit seinen Drehungen und Pirouetten wie schon gesagt, souverän zum Schmelzen gebracht…und vor lauter Freude über den veränderten Aggregatszustand in Form von kaltem Wasser gleich massenweise ins Kanu geschöpft…

Doch die Blasenentzündung blieb mir Gott sei Dank erspart, vor allem weil am anderen Ufer derweil der "Patinator" Patrick Riedesser die Entzündung des Lagerfeuers sehr gewissenhaft erledigte und somit, quasi prophetisch, eine Obdachlosenwärmstelle einrichtete… Aber dazu später.

Nach dem Löschen des Feuers, bei dem eine Blasenentzündung durchaus hätte nützlich sein können, folgte ein "kurzer Fußmarsch" Richtung Mittagessen. Das stellte sich knapp zwei Laufstunden später als Apfel, Banane und Semmerl heraus und war als Mahlzeit zwar mehr als lächerlich, aber anscheinend verlockend genug um selbst die größten Angsthasen in Sachen Cliffhanger, Benni Bennetseder und Werner Riebenbauer, in die Untiefen zu locken.

Ein wahrlich fetter Brocken folgte dafür wenig später in Form eines ziemlich militärischen Eilmarschs. Über Stock und Stein und undurchdringliche Finsternis, ging's sehr zum Missfallen unseres wirklich noch recht sportlichen Leiters Lukas Zumsteg Richtung Hotel… womit wir wieder bei den Obdachlosen wären. Denn wie sich nach und nach zeigte, wär unser Nachtlager höchstens für Winnetou luxuriös gewesen. Dreimannzelt! Zwar der Stolz der österreichischen Streitkräfte (was angesichts der sonstigen BH - Ausrüstung ohnehin nix zu bedeuten hat) aber dennoch nicht besonders gemütlich anmutend.  Aber wie ich schon in meiner bisherigen Radsportkarriere (im Sinne von Laufbahn) gelernt hab, alles Kopfsache. Denn nach der nicht wirklich rituellen Tötung einiger Forellen, und einem daraus resultierenden wahrlich opulenten Nachtmahl in Verbindung  mit viel Tee mit zu wenig Rum, sah die Welt schon wieder viel rosiger aus, und die Nacht im Zelt war doch gar nicht so unbequem und ehrlich gesagt auch absolut nicht kalt…

Dafür viel zu kurz, denn bereits um Sieben des nächsten Morgens ging's wieder ans Feuer machen. Danach Frühstück, WC (Wald Klosett) und Abmarsch Richtung Berggipfel, Almhütte und Hüttenabend.

Unspektakulär aber dafür teilweise richtig anstrengend, was zum Teil auch an meinem Übergepäck gelegen sein dürfte. Wobei ich noch anmerken möchte, dass mein Übergepäck heuer nicht das sprichwörtliche um die Hüfte, sondern schon jenes am Rücken war…

Ähm, wo war ich? Genau beim unspektakulären und überaus ungemütlichen Fußmarsch.

Zwar auch nicht wirklich spektakulär, dafür umso gemütlicher gestaltete sich dann der Rest des Team-Buildings. Dabei steigerten wir uns vom anfänglichen Zelt kontinuierlich über die gemütliche Almhütte bis hin zum luxuriösen Hospiz in St. Christoph am Arlberg. Dort lernten wir unsren neuen Radausrüster Corratec (Konrad Irlbacher) kennen, schlemmten uns durch den Nachmittag, saunierten im Spa-Bereich und vernebelten die Wahrnehmung kontinuierlich und allseits durchaus routiniert… meine nächste Erinnerung ist dann erst der Stich in meiner rechten Armbeuge. Blutkontrolle für die UCI. Wobei’s für mich eher eine Magenprobe war, denn nach ein paar Bier zuviel hab ich fast immer Probleme…

Doch wenn dann das erste Bild des Tages ein Teamkollege bei der Blutabnahme ist, gilt als bestätigt, dass es am Vortag zwar vielleicht viel, aber keinesfalls zuviel war… Ein Profi eben.

Ich glaub in groben Zügen war's das. Bleibt mir nur noch, mich bei allen Beteiligten ganz herzlich zu bedanken. Unser erstes Zusammentreffen als Team war ein echter Erfolg, ein erster Sieg quasi.

Bei allen (beteiligten) Soldaten muss ich mich auch noch entschuldigen. Lieber Sigi, und vor allem lieber Daniel, ihr habt das großartig gemacht und vor allem sehr viel soziale Kompetenz bewiesen…. Danke für alles.

Ah noch was: Besonders gefreut hab ich mich auch über die netten Worte des Hotel-Chefs vom Hospiz: In seiner kurzen Rede hat er gemeint: Motivation für seine Einladung war die ungerechte Behandlung des Radports während der letzten Monate. Er wolle das ausgleichen…

Danke und auf ein erfolgreiches Jahr 2007 für Österreichs bestes Radteam aller Zeiten!

 

Die fünfte Jahreszeit, der Altweibersommer!

(29.10.06)

Obwohl jetzt gerade die Zeit für eine lange Trainingspause wäre, war ich bis letzte Woche noch recht fleißig am trainieren, wohlgemerkt in der Jahreszeit angepasstem "Altweibertempo"...

Obwohl ich ehrlich sagen muss, dass mein Trainingseifer weniger mit dem schönen Wetter zu tun hat, als viel mehr mit meiner Gemütslage. In den Wochen seit der Weltmeisterschaft war ich immer ziemlich angespannt und nervös, für mich ist da Rad fahren einfach die beste Therapie… Grund für meine nervöse Verstimmung waren die anstehenden Vertragsverhandlungen, die nach dem WM-Skandal schwerer und langwieriger denn je waren. Gott sei Dank hab ich das jetzt hinter mir und kann sehr zufrieden und entspannt meine dreiwöchige Pause genießen.

Aus Fehlern lernen war zwar noch nie eine meiner großen Stärken, den schwersten Fehler aus dem letzten Jahr werd ich aber sicher nicht wiederholen. Deshalb mach ich gerade eine Diät, zwar zielt diese weniger auf Gewichtsreduktion als auf Reinigung und Entschlackung ab, aber Tee statt Cuba Libre ist sicher auch nicht schlecht…      

 

Cup Sieg

(06.09.06)

Am Sonntag 03.09 fand in Schwaz die achte und letzte Runde der Tchibo Top Radliga statt. Gleich vorweg, es ist uns gelungen, sowohl die Einzel (Jan Valach) als auch die Mannschaftswertung nach Linz zu holen. Sicher ein schöner Erfolg für das APOsport Krone Linz Team, aber auch für den oberösterreichischen Radsport. Der neue Modus mit acht, statt bisher an die 30 Rennen, hat sich sicher bezahlt und die Liga viel interessanter und umkämpfter gemacht. Ein echter Wehrmutstropfen jedoch der letzte Kilometer mit "Gegenverkehr". Herman, Bradley und ich haben uns im Zielsprint unisono für die linke Seite entschieden und somit nicht nur den CUP Sieg sondern auch unser Leben riskiert… eigentlich unglaublich, dass es in einem "Dorf" wie Schwaz nicht möglich ist, zumindest die finalen Kilometer eines Radrennens Auto frei zu halten!

Auch wenn ich meine Rückenprobleme langsam wieder in den Griff bekomme und vor allem auch letztes Wochenende recht guten Druck am Pedal hatte, bin ich nach wie vor nicht schmerzfrei. Deshalb hab ich mich entschlossen auf den Start bei Linz – Passau – Budweis zu verzichten. Mein Ziel war es auf einer der ersten beiden Etappen um ein Spitzenresultat zu sprinten und das trau ich mir aufgrund meiner Probleme einfach nicht mit hundertprozentiger Sicherheit zu. Deshalb werde ich auf meinen Fixplatz zugunsten meines jungen Teamkollegen Andreas Simon verzichten.

Mein nächster Einsatz werden die beiden italienischen 1.1er Rennen GP Citta di Misano – Adriatica (16.09) und GP Ind. & Comm Di Prato (17.09) sein.

 

Blockade...

(20.08.06)

Es ist wieder so weit, wie schon im Vorjahr bin ich nach den Anstrengungen des Hochsommers gänzlich blockiert… Die vielen Bergkilometer bei der Ö Tour und die anschließende Kriterien-Serie haben mich auch heuer wieder völlig aus der Bahn geworfen. Meine Beine sind ausgehend vom unteren Rücken gänzlich blockiert, das heißt, fahren kann ich natürlich schon, aber leider immer mit dem Gefühl der "angezogenen Handbremse".

Vor der Österreich Rundfahrt konnte ich mit Hilfe meines Masseurs Christoph Riedl noch mal knapp die Kurve kratzen, aber jetzt schaut's wirklich schlecht aus… mit dem Abschneiden bei den letzten Rennen bin ich alles andere als zufrieden, obwohl ich weiß, dass im Moment einfach nicht mehr drin ist.  Natürlich sind auch die langen Autofahrten problematisch, zuerst von Kriterium zu Kriterium, dazwischen Straßenrennen wie Wien – Laßnitzhöhe und Völkermarkrt, gleich danach ein Horror Trip nach Pescara zur 61. Trofeo Mateotti und letztes Wochenende ins Ländle zum Tchibo Top Rad Liga Rennen in Götzis… eben dort hab ich mit Abstand am meisten gelitten. Der relativ einfache Kurs mit einem kurzen, aber steilen Anstieg hat es sogar mir ermöglicht, ziemlich lange aktiv ins Renngeschehen einzugreifen. Was auch nötig war, immerhin galt es für mein APOsport Krone Team nicht nur die Cupführung im Teambewerb, sondern auch jene in der Einzelwertung (Jan Valach) zu verteidigen. Nachdem uns beides überraschend souverän gelang, war der einzige Wehrmutstropfen an diesem Wochenende die Tatsache, dass ich mich nach dem Rennen nicht mal mehr selbst um meine Cola Dose bücken konnte, weil mein Kreuz so steif war.

Nun geht’s ´mit der Ebenfalls zur Tchibo Top Radliga zählenden Burgenlandrundfahrt weiter, danach stehen die beiden italienischen 1.1 Rennen GP Nobili Rubinetterie/Borgomanero und GP. Industria e Commercio Art. Carnaghese am Plan. Bei der Slowakei Rundfahrt in der letzten August- Woche will ich mir dann den letzten Schliff für Linz - Passau - Budweis holen, wo ich hoffe, noch bei zumindest einer Etappe um ein Resultat mitsprinten zu können. Aber, all das wird nur möglich sein, wenn ich mein Rückenproblem in den Griff bekomme. Ansonsten steht mir ein ziemlich glanzloses Saisonende bevor.

Übrigens hab ich gestern schweren Herzens meinen geplanten Trip zur Tour of Tobago abgesagt. Es ist mir wirklich nicht leicht gefallen, aber nach dem ich im Vorjahr dort den Grundstein zu meinen Gewichtsproblemen gelegt habe und ich auch im nächsten Jahr einiges vorhabe, halt ich’s für besser, in den nächsten Monate von der Erinnerung an diesen Traum zehren zu können, als an den dort angelegten Fettspeichern zehren zu müssen.

 

Höhepunkte...

(29.07.06)

Die letzten paar Wochen waren mehr als Ereignis reich. Landesmeisterschaften, Staatsmeisterschaften, Österreichrundfahrt und Stadtkriterien bildeten den unumstrittenen Höhepunkt jedes österreichischen Radfahrers.

Leider war ich heuer wieder etwas zu gierig, denn bereits vor den Landesmeisterschaften in Ranshofen machte sich bei mir wieder dieses unangenehme Stressgefühl breit, das angesichts meines Lebenswandels nur auf Übertraining zurück zu führen sein kann… Schuld an dieser Überbelastung ist, denk ich, die übertriebene Anwendung eines Höhenluftgenerators.

Dennoch gelang es mir beim Stadtrennen in Braunau auf einen guten dritten Rang zu sprinten, die Gesamtwertung der Braunauer Radsporttage als dritter zu beenden und bei der oberösterreichischen Straßen-Landesmeisterschaft als "silberner" zu finishen.

Als direkte Vorbereitung auf das ÖM Wochenende startete ich in Altheim, einem Rennen, an das ich ziemlich gemischte Erinnerungen hab. Als Jugendfahrer konnte ich mich dort im Sprint gegen den damals übermächtigen Jochen Summer durchsetzen, Jahre später, als erstjähriger Elite Fahrer, hätte mir mein Auftritt im Innviertel beinahe ein Auge gekostet…

Nachdem ich an die Schlüsselstelle des Straßen ÖM Kurses, auf der im Vorjahr auch das Finale der ersten Ö Tour Etappe stattfand, mehr als nur schlechte Erinnerungen hatte, hab ich mich entschlossen auch die Zeitfahrmeisterschaft zu bestreiten. Den Kampf gegen die Uhr beendete ich als guter achter, mit sehr wenig Rückstand auf die besten fünf und vor allem auch als OÖ Zeitfahrlandesmeister.

Bei der Tags darauf stattfindenden Strassen ÖM hatte ich erwartungsgemäß keinen Auftrag. Leider hab ich auch den Fehler gemacht, mich über die volle Distanz zu kämpfen und mich so eine Woche vor der Ö Tour richtig vernichtet…

Bei der Ö Tour selbst bin ich dann nach einigen Akkupunkt-Massagen durch meinen Masseur Christoph Riedl zwar nicht schlecht gefahren, konnte mich bei Bergetappen und Zeitfahren sogar richtig schonen, hatte aber dennoch keine Chance auf ein Spitzenresultat bei einer Sprintetappe, auch wenn ich immer in Schlagweite war.

Ehrlich gesagt ist's aber gar nicht am körperlichen gelegen, vielmehr haben mir zwei Fahrfehler das Erreichen meines Mindestzieles, einem Top Ten Platz, gekostet…

Wobei hierbei die Schuld sicher nicht nur bei mir oder meinem Team liegt, uns fehlte einfach im unmittelbaren Vorfeld der Ö Tour eine Rundfahrt auf ähnlich hohem Niveau. Die Slowenien Rundfahrt hätte sich angeboten, wurde aber durch ein ÖRV U 23 Team beschickt, das zu meinem Unverständnis durch Elite Fahrer, die sich nicht für die Ö Tour qualifizieren konnten, aufgefüllt wurde…

Nun wieder zu erfreulicherem: Wie jedes Jahr waren, oder sind, die Stadtkriterien Balsam für die oft vernachlässigten Radfahrerseelen. Tausende Zuschauer säumten auch heuer die Rennstrecken. Impressionen dazu als Fotostory. Und für all jene, die auf den Geschmack gekommen sind noch ein Hinweis: DO 3. August 19:00 Linzer Altstadt Kriterium mit After Race Party um 22:00h im Empire. Bis dann....!

 

Nachtrag...

08.06.06

Ich hab euch unseren zweiten Platz in der Mannschaftswertung des Giro de Friuli Veneto Giulia ebenso vorenthalten, wie die drei Tage von Dubnica (jeweils 1.2) (Svk). Würd' ich nach einer Ausrede suchen, müsste wohl das schlechte Wetter herhalten, das mir in den letzten Wochen ziemlich viel Energie kostet. Vor allem das Training bei strömendem Regen und Temperaturen um die 10’C ist nicht wirklich lustig und auch schwer steuerbar. Denn vier Stunden im Regen ermüden den Körper wesentlich stärker als bei guten Bedingungen….

Die drei Tage von Dubnica (26 – 28. 05) waren mein erstes Rennen nach zwei rennfreien Wochenenden und ein paar Tagen Trainingspause. Deshalb bin ich gänzlich ohne Erwartungen hingefahren und hab mir lediglich vorgenommen, möglichst viele Rennkilometer zu sammeln. Das ist mir an den ersten beiden Tagen auch recht gut gelungen, ich hab mich da und dort in den Dienst der Mannschaft gestellt, bin ein paar Attacken mitgegangen und immer mit „Reserve“ ins Ziel gekommen. Den dritten Tag dieser Eintagesrennserie bildet ein Rundstreckenrennen über fast 180km auf einer winkeligen Runde, die 11mal zu bewältigen war und als Haupthindernis gezählte 32 Kurven aufwies… Bei Regen und nasser Fahrbahn also nicht besonders spaßig. Um zumindest mit wehenden Fahnen unter zu gehen, hab ich vom Start weg oft attackiert und fand mich nach ca. 30, ziemlich erschöpfenden Kilometern, in einer 15 Mann Spitzengruppe wieder… Leider verlangte das Rennen nicht nur mir, sondern auch meinen Reifen alles ab - Defekt nach über drei Stunden in der Spitzengruppe. Aber was soll's, das ist Radsport, und um ehrlich zu sein, war ich nicht einmal besonders traurig…

Am Samstag 3. Juni starteten wir beim GP Kranj (1.2) in Slowenien, eigentlich ein wirklich schönes Rennen… uneigentlich ein richtiger SCH... Warum? Regen, 10’C und dementsprechend steife Beine. Blöderweise wollte ich trotz meiner schlechten Tagesverfassung das Rennen zumindest beenden… was mir auch gelang, zumindest im wahrsten Sinne des Wortes, denn den Zieleinlauf erlebte ich schon sauber geduscht und wieder bei bester Laune.  

Die motivierten 3:30h im Regen machten sich natürlich erst Tags darauf beim GP Judendorf richtig bemerkbar. Bei endlich wieder mal annehmbarem Wetter, aber mit Beinen wie Pinoccio war ich bereits bei der ersten Zieldurchfahrt Teil einer 14 Mann starken Spitzengruppe. Eigentlich ist's mir dann auch recht gut gerollt und ich war recht zuversichtlich. In der vorletzten Runde attackierten jedoch jene beiden Fahrer, die sich kaum an der Führungsarbeit beteiligt hatten (übrigens typisch für deren Nationalität). Ich war unaufmerksam, und am steilsten Stück des Anstiegs auch nicht besonders punchig und eh ich mich versah, mit vier weiteren Fluchtgefährten abgehängt und wenig später auch von einer recht großen Verfolgergruppe eingeholt und überholt…. Die letzte Runde hab ich mir dann geschenkt, da war einfach die Luft raus und nach so langer Zeit in der Spitze wollt' ich das Rennen nicht im Hauptfeld beenden. Ich hoff in den nächsten Wochen hab ich wieder mehr Glück…

 

Die Frühjahrsaison geht zu Ende...

(15.05.06)

Traditionsgemäß ist das Rennen in Wolfsberg das erste echte Schönwetterrennen im Jahr, bei dem sich nach neun mittelschweren Runden meist die stärksten 10 – 15 Fahrer um den Sieg matchen.

Heuer war's ganz anders, das Wetter war eisig kalt und nass und auch das Rennen selbst hielt sich nicht an die "Tradition". Grund dafür, ein früher Angriff meines australischen Teamkollegen Adam Hansen. Ehrlich gesagt hab ich mich im ersten Moment richtig über diese Aktion geärgert, denn ich ging gerade die Attacke eines slowenischen Fahrers mit, wodurch absolut kein Handlungsbedarf bestand. Außerdem setzte Adam nicht nur mich, sondern gleich unser gesamtes APOsport Krone Team außer Gefecht. Nachdem Adam das Rennen aber im Alleingang für sich entscheiden konnte, hab ich mich umsonst aufgeregt und freute mich über unseren längst fälligen ersten Saisonsieg.

In Traismauer setzte ich mich nach einem unnötigen Fahrfehler selbst außer Gefecht. Nach knapp 100km und einem guten und konzentrierten Rennen verhakte ich mich im Pedal von Hansl Jauk (Swiag) und zerstörte somit nicht nur mein Vorderrad sondern, viel schlimmer, auch die Möglichkeit um ein Resultat mit zu fighten. Mein Teammanager Christoph Resl betreute gerade unser Quartett in der Spitzengruppe, wodurch ich erst viel zu spät ein neues Laufrad bekam und gezwungen war, das Rennen aufzugeben… Nach einem etwas kuriosen Rennverlauf belegte mein Teamkollege Jan Valach Rang zwei und sicherte sich somit das  gelbe Führungstrikot im Tchibo Cup und rettete somit unsere Ehre. Denn obwohl wir wirklich gut gefahren sind, sah's kurz vor dem Ziel nach einer Katastrophe für das APOsport Krone Team aus. In einer über 10 Mann starken Gruppe mit mehren Elk- und Plast Recycling Fahrern befand sich nur ein Mann von uns, Gott sei dank der richtige…

Für den Giro del Friuli Veneto Giulia (UCI 2.2) hab ich mir zumindest ein Top Ten Resultat vorgenommen… Nach dem ersten Tag hatte ich bereits zwei. Eins bei der Vormittagsetappe im Massensprint, eins bei der Nachmittagsetappe dem Teamzeitfahren. Trotzdem war ich nicht zufrieden, denn im Massensprint war viel mehr möglich. Kurz vor dem Ziel hat sich der spätere Sieger direkt vor mir von Petr Herman abgezogen und mich somit in arge Bedrängnis und vor allem um meine gute Position gebracht… Schade.

Am zweiten Tag hab ich mich während des gesamten Rennens richtig gut gefühlt und eigentlich mit einem neuerlichen Top Resultat gerechnet. Jan Valach und Adam Hansen haben im Finale tolle Arbeit geleistet und Petr Herman und mich in eine perfekte Position gebracht. Leider spielten bei mir auf den letzten drei, vier Kilometern die Beine nicht ganz mit. Trotzdem bog ich direkt hinter Petr Herman als Vierter oder Fünfter auf die knapp 150m lange Zielgerade ein und BAMM Sturz… Wieder ein Fahrfehler. Um meine Schwäche zu kompensieren wählte ich eine andere Linie um mit möglichst hohem Tempo aus der Kurve zu kommen, leider hat das nicht wirklich geklappt. Wobei ich zu meiner Entschuldigung sagen muss, dass ich die Kurve nicht kannte und somit nicht wissen konnte, dass diese eine Neigung in die "falsche" Richtung aufwies… Aber was soll's. Petr Herman wurde noch Dritter, ich denk das zeigt ziemlich deutlich, wie viel auch für mich drin gewesen wäre.

Auf den letzten beiden Etappen ist's dann nicht mehr so richtig gelaufen.  Nach meinem Crash hab ich irgendwie den Focus verloren und nicht mehr so selbstbewusst agiert, hab bergauf zuviel gepokert, mich über mein Ersatzrad und vier Defekte geärgert, Schmerzen gehabt und und und…

 

45. Kirschblütenrennen

(23.04.06)

Als Oberösterreicher, der fast "seit immer" Radrennen fährt, verbindet mich mit dem Kirschblütenrennen in Wels eine fast lebenslange Hass-Liebe. Wobei der Hass eindeutig überwiegt, denn erstens fahre ich extrem ungern "vor der Haustür", zweitens gab's bei extremem Schlechtwetter meist mehr Schneerosen als Kirschblüten zu bestaunen und viertens und fünftens und sechstens… Ein Sieg bei diesem "echten Klassiker" stand dennoch lange Zeit ziemlich weit oben auf meiner Wunschliste.

So fuhr ich auch heute mit ziemlich gemischten Gefühlen nach Wels.

Mein Plan war nicht auf einen Sprint zu setzten, sondern ein aktives, offensives Rennen zu fahren. Das hab ich, so wie fast mein gesamtes APOsport Krone Team, denk ich auch recht gut umgesetzt. Als wir jedoch in der letzten großen Runde geschlossen die Bergwertung am Mistelbacher-Berg in Angriff nahmen, hab ich meine Planung und vor allem die aktive Fahrweise richtig bereut. Nicht nur weil die Zeichen auf Sprint, sondern vor allem auch weil meine Tankuhr im tiefroten Bereich stand…

Im Finale konnte sich dann aber doch noch eine Spitze lösen. Neben unserem Slowakischen "Hengst" Jan Vallach, befand sich auch Jürgen Pauritsch und wie sollte es anders sein, Peter Pichler (Elk) in der Fluchtgruppe.

Von den ursprünglich sicher fast 15 Fahrern konnten sich jedoch lediglich drei ins Ziel retten. (Ihr werdet niiiiie erraten, wer gewonnen hat). Im Sprint des Feldes trat ich früh an und musste mich lediglich Jochen Summer geschlagen geben. Nachdem das selbe Schicksal vor gar nicht allzu langer Zeit (letzte Etappe Ö Tour 05) auch Super-Sprinter Erik Zabel ereilte, kann ich zumindest bis zum nächsten Jahr Friede mit DEM österreichisch Frühjahrsklassiker schließen.

Ergebnis: 1. Pichler (Elk) 2. Hebik (Sparta Prag) 3. Vallach (APO) 4. Summer (Elk) 5. Pömer (APO)

 

Ostern 2006

(19.04.06)

Am Karsamstag stand mit dem "Festina Salzkammergut Giro" der erste echte Höhepunkt der noch jungen Saison am Programm. Wie schon in den vergangenen Jahren eine echte Top Veranstaltung, die heuer als Bestandteil der European Tour auch international weiter aufgewertet wurde.

Taktisch bin ich eigentlich von einem Massensprint oder einer späten Entscheidung ausgegangen. Leider kam's nicht dazu, da sich bereits vorzeitig eine mit 22 Mann doch recht große Spitze lösen konnte. Von meinem APOsport Krone Team waren mit Jan Valach und Adam Hansen die momentan stärksten Fahrer vorne vertreten. Für mich somit  der Kampf um ein weiteres Top Ten Resultat vorzeitig beendet.

Besser erging's Adam Hansen, der sich nach großartiger Leistung und mutigem Solo nur Überflieger Eibegger (Rapso) geschlagen geben musste.

Kurios, was während dessen im Hauptfeld passierte. Wir wurden vor den Schlussrunden mit roter Fahne angehalten. Nach einem Telefonat zwischen den Rennleitern wurde uns mitgeteilt, dass das Rennen für das Hauptfeld definitiv beendet wäre. Nach einer mindestens 15-minütigen Rennunterbrechung wurden wir dann ins Ziel gelotst, das einige Fahrer sprintend, der große Rest aber gemächlich erreichte.

Interessant dann die Ergebnisliste. Auch die Fahrer aus dem Hauptfeld wurden trotz anders lautender Ankündigung der Rennleitung, Rennunterbrechung und nicht absolvieren der beiden Schlussrunden,  gewertet. Wie der Rückstand des Hauptfeldes auf der offiziellen UCI Ergebnisliste errechnet wurde, bleibt für mich ein Rätsel…

An sich absolut kein Problem, in Hinblick auf das Ranking der "Tchibo Top Radliga" kann daraus jedoch rasch eins werden.

Ich denke nur an Petr Herman, der diese Liga vielleicht gewinnen kann. Nachdem der Rennleiter ausdrücklich sagte: "Ihr braucht nicht mehr sprinten, das Rennen ist beendet" hat Petr wie jeder vernünftige Mensch auf den "Sprint" verzichtet. Da das Feld aber doch in die Wertung kam, könnten Petr am Ende genau diese Punkte auf Pichler, der den "Sprint" des Feldes gewann, fehlen und er somit die Rennserie wegen dieser Sache verlieren. Deshalb sollte man, so meine ich dabei bleiben und das Hauptfeld, wie den Fahrern mitgeteilt, aus der Wertung nehmen.

Neumarkt am Wallersee, Austragungsort des Ostermontags-Rennen, präsentierte sich heuer schön wie nie. Und nicht nur was das Wetter anlangt. Erstmals gelang es die Rennstrecke ausreichend abzusichern, das Rennfahren somit eine echte Freude. So kam es zu einem zwar nicht besonders schweren, aber doch recht zügigen Rennen, das Peter Pichler aus einer Spitzengruppe für sich entscheiden konnte. Unser Mann vorne war Jan Valach, der uns mit seinem dritten Platz ein schönes Geschenk machte.

Ich hab wieder versucht mich für den Sprint zu schonen, der dann leider nicht stattfand… aber so ist das eben. Meine so gesparten Kräfte kamen im Einlauf des Feldes jedoch Adam Hansen sehr zu nutzen. Ich bereitete ihm den Sprint vor, und ermöglichte ihm so sich weitere wichtige Punkte für die Tchibo Top Radliga zu sichern. Überhaupt hat das Teamwork im APOsport Krone Team diesmal perfekt geklappt. Vor allem der junge Georg Lauscha konnte sein enormes Talent abermals unter Beweis stellen. Noch mehr überrascht hat mich aber unser "Team Rookie" Michi Weiss. Österreichs Top-Mountainbiker konnte gleich bei seinem Debüt auf der Strasse gute Arbeit für uns leisten. Wir alle hoffen, dass uns Michi auch in Zukunft öfter die Ehre erweist…

 

Settimana Ciclistica Lombarda (vorm. Settimana Bergamasca)

(13.04.06)

Lance Armstrong, Wladimir Belli, Pavel Tonkov, Raimondas Rumsas, Michele Scarponi… die Ehrentafel der Settimana Lombarda die im Radsportchargon besser als "Bergamasca" bekannt ist, ließe sich noch lange fortsetzen. Für mich bereits vor dem Start ein sicheres Indiz für Radsport auf hohem, schmerzhaftem Niveau…

Leider sollte ich, besonders was das schmerzhaft anbelangt, rechtbehalten. Denn der erste Tag war nicht nur von extrem schlechtem Wetter und sehr hohem Tempo geprägt, mir wird er auch wegen meines dummen Sturzes in Erinnerung bleiben. Aufs Ersatzrad umgestiegen, schaffte ich den Anschluss ans Feld nur mit Mühen. Fürs Finale hatte ich viel zu viele Körner verschossen, von Krämpfen regelrecht gemartert ,war ich froh überhaupt ins Ziel zu kommen.

Wettermäßig präsentierte sich Tag zwei ganz ähnlich. Gott sei Dank fand die Etappe für mich aber einen versöhnlicheren Ausgang. Mit vom Vortag ziemlich lädiertem Gebein (Muskel) und Gesäß (Haut) sprintete ich auf einen guten siebten Platz. Nachdem ich die letzten beiden Jahre als "Anfahrer" meinen Sprint so weit wie möglich vor dem Ziel fahren musste, hab ich mir nun ärgerlicherweise schon zum zweiten Mal den Luxus "gegönnt", den Turbo erst viel zu knapp vor dem Ziel zu zünden…

Aber egal, mit einem  Top Ten Platz bei einem italienischen Traditionsrennen kann ich trotzdem zufrieden sein. Etappensieger übrigens Balducci von Aqua e Sapone, vor Klemcic (Adria Mobil) Popov (Rabobank) und Palumbo (Aqua e Sapone).

Auf den Etappen drei bis fünf hatte zwar Petrus Erbarmen mit uns, dafür kannten die Veranstalter keine Gnade. Den Höhepunkt der Berg- und Talfahrten bildete der Colle Maddalena, ein spärlich asphaltierter, sechs Kilometer langer naher Verwandter des Kitzbüheler-Horns. Die größte Gemeinheit dabei das Publikum. Denn während meines unendlichen Leidens hab ich alle viertel Stunde einen Zuschauer nach der verbleibenden Distanz gefragt und jedes Mal die selbe Antwort bekommen: "Due kilometri" Ich glaub, für die angeblichen zwei Kilometer hab ich ca. eine Stunde benötigt… Aber ein gutes Training war's sicher.

So wie mir überhaupt die gesamte Rundfahrt perfekt ins Trainingsprogramm passte. Nach den beiden Flachetappen hab ich nämlich einen Gang zurückgeschaltet und versucht, mich im berühmten "Gruppetto" für die noch lange Saison "einzurollen"… Schau ma, was dabei rauskommt.

 

Österreichischer Saisonauftakt Leonding

(02.04.06)

Spannend wie nie verlief heuer der Auftakt zur heimischen Radsaison. Diesmal sorgten der neue Kurs, und vor allem die Frage, ob die beiden Professional Continental Teams (Elk, Volksbank) mittels Schlupfloch im Reglement starten dürfen oder nicht, für zusätzliche Spannung. Nun, der Kurs war wie erwartet schwer, zu schwer für viele, auch für mich. Aber nach meiner Grippe war das wie gesagt, auch zu erwarten.

Eher überrascht hat mich, dass das komplette Elk Team am Start stand, zwar als NÖ Regionalteam getarnt, aber in voller Stärke, mit tschechischer Beteiligung und im ganz normalen Trikot…

Auch das Rennen selbst verlief anfangs ziemlich hektisch, bereits im ersten Drittel konnte sich eine ca. 15 Mann starke Gruppe rennentscheidend absetzen. Aus meinem "APOsport Kronen Zeitung Team"  war leider nur Jan Valach mit vorne. Mit vereinten Kräften konnten wir den Vorsprung aber relativ klein halten und Adam Hansen somit den Sprung nach vorne ermöglichen.

Für mich war das Rennen nach dieser Aktion gelaufen. Nachdem ich gesundheitlich noch immer angeschlagen bin, war ich froh, dass eine frühe Vorentscheidung gefallen ist. Ich hatte somit die Möglichkeit mich noch etwas zu schonen, ohne mein Team zu schwächen. Nun hoffe ich, in den nächsten paar Tagen wieder zu Kräften zu kommen, denn die werde ich bei der Lombardei-Rundfahrt ab Mittwoch sicher brauchen…

Nochmals zurück nach Leonding: Peter Pichler (Elk) konnte das Rennen vor Homolka (Swiag) und Kasis (Sky Plastic) für sich entscheiden. Adam Hansen wurde als bester APOsport Krone Mann vierter. Großes Kompliment übrigens an meinen jungen Teamkollegen Andreas Simon, der bei der Nachführarbeit überraschend gute Arbeit leisten konnte. Andreas präsentierte sich nicht nur körperlich hervorragend, sondern ist auch technisch ein Mann, hinter dem Mann wirklich gerne fährt. Mit seinen 195cm erinnert er fast ein wenig an Lance Armstrongs "Privat LKW" George Hincapie...

 

Krankenstand

(30.03.06)

Leider hat sich mein Hüsteln nach meiner mäßigen Leistung beim Magistrala Prolog rasch zu einer Bronchitis ausgewachsen und zu allem Überfluss auch noch mit Fieber gepaart… Deshalb war ich am Wochenende nicht in Mendrisio sondern im Krankenstand.


Natürlich sind dies auch schlechte Vorzeichen für den österreichischen Saisonstart in Leonding, denn auf der selektiven Strecke rund um den Kürnberg wird man sich nicht die geringste Schwäche erlauben können. Mein Teamkollege Adam Hansen (Aus) dürfte sich hingegen in toller Form befinden. Adam fuhr nicht nur eine auffallend starke Istrienrundfahrt, sondern wurde beim 1.2 Rennen in Mendrisio auch großartiger zweiter… Gratuliere! Jan Valach (Svk) sorgte als starker 10er für das bereits dritte Top Ten Resultat des APOsport Kronen Zeitung Teams bei European Tour Rennen.
 

Ist der Winter endlich zu Ende?

(29.03.06)

Ja! Zumindest wenn ich als Radfahrer antworte. Denn mit den ersten Rennen beginnt für uns einfach der Frühling, wurscht ob's null Grad hat, stürmt und schneit, oder ob's mild und sonnig ist…

Doch geplant war der kalten Jahreszeit bereits Ende Februar endgültig Lebwohl zu sagen. Aber General Winter verfolgte uns bis ins Team-Trainingslager nach Cesenatico.

Trainingsmäßig war das für mich eine mittlere Katastrophe, nach viel Alternativtraining wollte ich mir in Italien am Rad, bei langen Ausfahrten in der Gruppe den letzten Schliff für den Saisonauftakt hohlen. Stattdessen sind wir auf der Rolle gefahren und durchs Einkaufszentrum geschlendert…

Deshalb hatte ich bei der Anreise zum ersten Rennen in Porec ein ganz eigenartiges Gefühl. Irgendwie fühlte ich mich unvorbereitet und fast ein wenig vom Saisonbeginn überrumpelt. Aber das hab ich mir nicht anmerken lassen, denn mit einem neunten Platz bei diesem Rennen der Kategorie 1.2 bin ich recht zufrieden.

Nach drei Tagen Verschnaufpause standen mit der Istrien Rundfahrt (Cro) die nächsten Renneinsätze am Programm. Leider hab ich mich gleich beim Prolog (in zweifacher Hinsicht) ziemlich verkühlt, was mich dazu veranlasst hat, die Rundfahrt nicht mit letztem Einsatz zu bestreiten. So habe ich mir im Streckenplan täglich einen Punkt gesucht, bis zu dem ich im Feld gelangen wollte und bin von dort "friedlich" ins Ziel gefahren… Gott sei dank war ich mit dieser Taktik nicht der Einzige, sondern hatte immer eine ganze Menge Mitstreiter.

Gefühlsmäßig hat sich diese Vorgehensweise bewährt, ich musste nie übers Limit gehen und fühlte mich täglich besser…

Bevor am 2. April der Startschuss zur heimischen Saison fällt, steht am Sonntag 26. März noch der Giro del Mendrisiotto (Cat. 1.2) in der Schweiz am Programm. Nachdem sich mit Peter Luttenberger ein reiner Kletterer in der Siegerliste findet, befürchte ich, dass mir dort nicht nur meine Bronchitis zu schaffen macht….

 

Back To The Seventies, zurück in die Siebziger...

(13.02.06)

Nein! Ich bin nicht auf einen neuen Modetrend aufgesprungen und fahr auch nicht mit einem 12 kg Stahlrad, Clippedalen und Rahmenschaltung durch die Gegend…

Bei meiner "Headline" geht’s eher um mein Körpergewicht.

Nach den zwei Wochen auf Tobago und nur wenig später, einem ebenso langen Urlaub auf Cuba, hat sich der Zeiger meiner Waage nämlich erstmals gefährlich über die magische 80 kg Grenze hinausbewegt… aber was soll's, die Zeiten in denen ich mir schon Monate vor der Saison wegen einem Kilo auf oder ab den Kopf zerbreche, sind endgültig vorbei. Vor allem, weil man in einem Winter wie diesem ja nicht wirklich traurig über etwas mehr Isolierung sein braucht….

Ganz anders sah die Sache aber während meines Jänner-Trainingslager in Calpe aus. Bei Temperaturen jenseits der zwanzig Grad, relativ schwierigem Gelände und mit Patrick Riedesser, Christian Lener und Werner Riebenbauer (alle Volksbank) als Trainingspartner hab ich meine überschüssigen Kilos nicht nur einmal verflucht… Aber nach zwei Wochen hartem Training, mediteraner Küche von Küchenchef Ribi, und vor allem strenger Bier-Abstinenz, sind die „Rettungsringe“ schnell kleiner geworden und zumindest gewichtmäßig bin ich wieder dort wo ich sein soll. Zurück in den Siebzigern.

Überhaupt ist während meines Aufenthalts an der spanischen Küste viel weiter gegangen. Ganz interessant für mich war, dass nach sehr viel Alternativtraining im österreichischen Winter die ersten Tage am Rad echt schwer waren, ich dann aber praktisch täglich stärker wurde und richtig Spaß daran hatte.

Zurück in Österreich stehen jetzt wieder alternative Trainingsformen als Ausdauertraining, sowie die ersten intensiven Intervalle am Rad am Programm.

Am 22. 02 geht’s dann zum APOsport Kronen Zeitung Team Trainingslager nach Cesenatico und am 12. 03 steht bereits der erste Start am Plan.

Ganz interessant wird heuer auch der Saisonauftakt in Österreich. Erstmals starten wir nicht in Ansfelden, sondern vor den Linzer Toren in Leonding. Der Kurs, den der LRV Oberösterreich gewählt hat, verspricht das erste Highlight gleich zum Auftakt. Eine meisterschaftswürdige Rennstrecke, die sicher keinem zu leicht wird… ;)

 

 

 

 

 

 

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