News: Archiv 2003

zum NEWS-ARCHIV:

     2001  2002  2004  2005  2006

Diese Seite widmet Ihnen:

 

 

 

Vorbereitung Phase I

Kurz vor Weihnachten habe ich die erste Phase meiner Vorbereitung abgeschlossen.
Wie schon in den vergangenen Jahren musste ich keinen einzigen Trainingstag wegen Krankheiten auslassen, dafür bin ich wirklich dankbar.
Logisch, dass somit sowohl Kilometerstand, als auch Trainingszustand recht gut sind. Es ist ehrlich gesagt auch kein besonderes Kunststück gut zu trainieren, wenn man gesund ist und genügend Zeit dazu hat...

Anders als in den vergangenen Jahren, konnte ich heuer sogar auf die Trainingswoche im Süden verzichten, weil die Witterungsbedingungen auch Hierzulande ziemlich gut waren.

Nach einer kleinen Pause während der Feiertage möchte ich im neuen Jahr, nach ein paar Einheiten zum Eingewöhnen, ein wenig Sonne und Kilometer tanken und plane einen 2 – 3 wöchigen Aufenthalt auf den Kanaren. Dazu später mehr...

 

Volle Kraft voraus!

Nicht nur das Zuschauerinteresse am Radsport ist heuer merklich gestiegen, auch im Bereich Sport-Sponsoring dürfte die Talsohle durchschritten sein.
Das Elk Team wird GS 2, Thomas Kofler bastelt in Vorarlberg an Österreichs "internationalstem Team", mein Ex Club in Wels wird GS 3, ebenso spekuliert man bei der bikepalast.com-Mannschaft den Schritt Richtung GS zu wagen.
Mit einem Wort: Es tut sich soviel wie schon lange nicht!
Nun soll hier natürlich nicht der Eindruck entstehen, dass Österreichs Radsportler heuer die Qual der Wahl hatten, ich möchte nur versuchen, die Dinge auch mal positiv zu betrachten.

Nun zu mir: Ehrlich gesagt hab' auch ich mir Gedanken gemacht, ob's mir wo anders vielleicht besser gehen könnte...
Wie für viele, die mich besser kennen, aber keine große Überraschung, habe ich dennoch meinen Vertrag mit Hubert Stankovsky verlängert und bin damit wirklich sehr zufrieden.

Hauptsponsor meines Teams wird, wie schon heuer, die Fa. Hervis sein. Hut ab, was Hubert und Rudi Lauscha für 2004 auf die Beine gestellt haben. Erstmals in meiner Karriere stand heuer bereits vor Trainingsbeginn, also bereits bei der Abschlussfeier 2003, alles fest und auch die Weichen für die nächsten Jahre scheinen gestellt.
Unglaublich motivierend auch die Ansprache von Günter Kronschläger, als Vertreter der Fa. Hervis, beim Abschlussfest. Seine Kernaussage: "Hervis hat ein Werbebudget von XY! Wir von Hervis haben euch die Türe für 2004 ein Stück geöffnet. Fahrt's g'scheit und für die Zukunft ist alles möglich!"

Zum sportlichen: Aufgrund des extrem milden, trockenen Herbstes habe ich bis weit in den Oktober hinein wirklich gut trainiert, dann die obligatorische Trainingspause gemacht und rasch wieder mit einer "Übergangsperiode" mit der Vorbereitung begonnen.
Ich wär' nicht der Christian Pömer, hätt' ich nicht jedes Jahr einen neuen Spleen: Heuer ist's die "Starre Achs". Damit bin ich wie auf einem Bahnrad gezwungen, ständig zu pedalieren, meist mit etwas zu hoher Frequenz. Dieses trainingsmethodische Folterinstrument aus den 70ern soll den runden Tritt schulen. Was die Spritzigkeit, die s.g. suplesse betrifft, kann ich's mittlerweile schon locker mit dem Garber aufnehmen... leider wahrscheinlich nur mit dem Senior...!!!

Wie auch immer: Mittlerweile ist die erste Dezemberwoche vorbei. Mit dem Lauf der Dinge und vor allem mit meinem Trainingspensum bin ich hoch zufrieden. Wenn es bis Weihnachten so weiter läuft, bin ich meinen Zielen sicher einen großen Schritt näher...

 

Das Radjahr 2003 ist für mich relativ gut verlaufen. Wie das "relativ" vermuten lässt, bin ich aber dennoch nicht ganz zufrieden, denn es gab viele Momente, wo mir das nötige Glück fehlte. Aber gleich vorweg, um "Fortuna" nicht zu verstimmen: Ich war nie krank, oder verletzt und was am wichtigsten ist: Ich bin auch nie gestürzt.

Obwohl, einmal hab' ich den Boden schon geküsst, Trainingssturz! Das schlimme daran war nicht der Sturz selbst, sondern der Zeitpunkt: Mitte Oktober, also in jener Zeit wo man sich als ordentlicher Radfahrer höchstens ins Nachtleben "stürzt" oder für ein gesellschaftliches Ereignis in Schale "schmeißt"... Beruhigend nur, dass ich beim Aufrappeln noch live miterlebte, wie Herr Paul Kasis das selbe Schicksal ereilte. Tja! Fallobst kann eben genauso rutschig sein wie Glatteis!

So! Nun zu den Rennen. Defekt ist das Schlagwort, mit dem ich diese Saison ewig verbinden werde. Eigentlich, so kann man sagen, haben technische Gerbrechen mein gesamtes Frühjahr zerstört. Passau, Wolfsberg, Dubnica, alles Rennen, bei denen ich in aussichtsreicher Position durch technische Gebrechen alles verlor. Vor allem am Selbstvertrauen nagte diese Seuche enorm.

Erst bei Wien - Laßnitzhöhe und vor allem bei der Steiermarkrundfahrt kehrte mein Selbstvertrauen zurück.

Der Sieg von Petr Herman bei der ersten Etappe der Steiermarkrundfahrt, bei der ich dritter wurde, war vielleicht meine beste Leistung im gesamten Jahr. Ich habe im Finale dieser Etappe schlicht weg alles perfekt gemacht. Einen Fahrfehler der Konkurrenz ausgenützt, und bis ins Ziel keine Sekunde gezögert. Auch mein Punch im Sprint war super: Immerhin habe ich "Herson" fast einen Kilometer lanciert, er brauchte nur zu vollenden und siegte sogar mit einigen Sekunden Vorsprung aufs Feld! Eben dieser Tag gab mir auch das nötige Selbstvertrauen für die Österreichrundfahrt.

Über diese Rundfahrt habe ich eigentlich bereits genug gesagt und auch geschrieben: 4x Top Ten war wirklich gut! Wobei mit ein wenig mehr Killerinstinkt, einem besseren Timing oder "with a little help from my friends" vielleicht auch ein Stockerplatz hätte möglich sein müssen.

Mein nächstes großes Ziel war die Meisterschaft in Judendorf, auf jenem Kurs auf dem ich beim UCI 1.5 Rennen im 2001er Jahr vierter wurde. Ein Desaster!

Darauf folgte das Uniqa Classic, auf das ich wirklich gut vorbereitet war und bei dem ich auch wirklich stark fuhr. Bergauf konnte ich außer am ersten Tag immer mit der ersten Gruppe mitfahren. Leider rollten auf den letzten Kilometern auch die echten Sprinter immer wieder zur ersten Gruppe auf und gegen die war ich absolut chancenlos. Bei der zweiten Etappe wurde ich trotz einer guten Vorstellung aus besagten Gründen magerer 12er. Über dieses Resultat sollte ich auch auf den nächsten Tagen nicht mehr hinweg kommen. Die Konkurrenz war zu gut!

Ein echtes Highlight waren die Kriterien. Wobei ich damit nicht meine "Erfolge" in Linz und Wels (3er, bzw. 6er) meine. Ich gehöre zu jener Generation Radsportler, für die es immer nur bergab ging (wirtschaftlich; nicht dass Sie jetzt meinen, ich musste aufgrund des starken Gefälles nur wenig treten...) Heuer hat sich die Situation endlich merklich verbessert. Deutlich zu sehen war dies an den Zuschauerzahlen bei den Stadt-Kriterien. Wobei ich hier vor allem Bad Ischl erwähnen möchte: Bad Ischl ist bei Gott kein Radsportmekka und dennoch gelang es meinem Freund Valentin Zeller, bei seiner Premiere als Organisator wirklich enorme Zuschauermassen zu mobilisieren.

Besonders positiv wirkte sich natürlich auch die Tatsache aus, dass Österreichs neuer "Kaiser Franz" in Ischl erstmals seine Krone, das Regenbogentrikot des Weltmeisters zur Schau stellte...   

Da ich den Österreichischen Cup bereits nach einigen erfolglosen Runden abgeschrieben hatte, konzentrierte ich mich im Herbst vollkommen auf unseren letzten großen Auftritt:

Die Slowakei-Rundfahrt (UCI 2.3)

Leider stolperte ich auch dort über meine Fähigkeiten als Allrounder. Der beste Sprinter unter den Bergfahrern und der beste Bergfahrer unter den Sprintern zu sein, ist einfach nicht genug um Rennen zu gewinnen!

Obwohl ich sehr gerne an diese Tortour zurückdenke. 180km, 190km, 220km wieder 180 km und ein 34km langes Zeitfahren als Krönung. Dazu Anstieg mit über 10km und zwei Bergankünfte, das alles auf Straßen, die wir hier in Österreich schlicht Wege nennen würden, bereiteten uns Schmerzen, an die wir noch lange denken werden.

Dennoch schlug ich mich recht wacker. Vor allem bergauf. Bei den Etappen kam ich immer mit den Besten ins Ziel, leider ohne auch nur einmal ins Rampenlicht fahren zu können. (Gesamt-Endstand: Platz 15)

Wirklich stolz bin ich aber auf meine Zeitfahrleistung: 11er Platz mit nur 1:30min Rückstand auf Sieger Sosenka (der immerhin die Tour de Suisse unter den Top Ten beendete und bereits die Friedensfahrt gewann) und das auf einem konventionellen Rad ohne Aero-Laufräder und Aufsatz...

So! Zu guter letzt und in aller Kürze noch ein Ausblick auf 2004: Mein Ziel ist es, meine Schulden zu begleichen.

Meine Freundin wünscht sich jedes Jahr einen Sieg von mir. Ich habe 2002 kein Rennen gewonnen und hab's heuer nicht geschafft, macht mit dem Pflichtsieg für 2004 unterm Strich drei Siege!

 

Rathauskriterium Wien (1.08.03)

Mein absolutes Lieblingskriterium ist das in der Bundeshauptstadt, ohne wenn und aber. Die Runde ums Wiener Rathaus ist einfach die schönste in ganz Österreich, nicht nur fahrtechnisch, auch das geschichtsträchtige Umfeld gibt viel her...

Die 80 Runden verliefen wie im Flug, und auch wenn es mir ansonsten ziemlich "wurscht" ist, wer bei einem Rennen meine Gegner sind, hat es mir schon ein wenig Freude bereitet, hinter dem neuen König der Sprinter, Alessandro Petacchi drehen zu können. Am Ende siegte jedoch Rene Haselbacher um Haaresbreite, was mich persönlich auch freute, da Hasi als Nachwuchsfahrer öfter mit mir im Nationalteam fuhr
.

Kriterium Wels  (30.07.03)

Das Kriterium in Wels mausert sich mehr und mehr zu einer echten Konkurrenzveranstaltung zum Klassiker von Graz! Wobei Konkurrenz natürlich der falsche Ausdruck ist, denn beide Events sind eine echt tolle Werbung für den Radsport.

Auch der Wettkampf selber konnte sich sehen lassen, hektischer Start, dann so ca. 30 Runden vor Schluss eine gefährliche Spitze, die lange gut funktionierte und erst wenige Kilometer vor dem Ziel in alle Einzelteile zerfiel. Als erster passierte Bernhard Eisel den Zielstrich, ich kam wenig später als sechster ins Ziel.

 

Ein Lebenszeichen...

Hallo Leute! (21.07.03)

 

Tut mir leid, dass ich mich so lange nicht mit Neuigkeiten gemeldet habe, auch wenn es in den letzen Wochen recht gut gelaufen ist. Mit dem Verfassen von News ist es aber so ne' Sache: Je mehr und regelmäßiger man schreibt, desto schwieriger wird es. Man muss sich immer wieder neue Pointen einfallen lassen, um eine ähnliche Story immer wieder neu zu verkaufen. Außerdem schwindet mit jedem Tag der Saison auch die Motivation sich mit Radsport auseinander zu setzen und alleine der tägliche Weg auf den Sattel wird schwerer und schwerer...

All jenen, die mich dennoch nicht verstehen und als "unprofessionellen Schlamphans" abstempeln, sei noch gesagt, dass ich diese Seite eben nur als Hobby betreibe und deshalb auch nicht professionell sein möchte, sondern nur meinen Spaß am "Dichten" haben will.

Und überhaupt: Mit jeder Minute die ich in diese Seite stecke, sinkt auch mein ohnehin sehr kärglicher Lohn als "Radprofi".

 

O.K.  nun zum Sportlichen.

Seit meinem letzten Eintrag ist ja einiger Asphalt unter meinen Reifen durchgerauscht. Deshalb eine kleine Zusammenfassung:

 

Uniqa Classic: (9.07.03 bis 12.07.03)

Wie schon im Vorjahr schillerte diese tolle Rundfahrt nur so von Big Names - van Petegem, VdB und Co - dazu natürlich Vorjahressieger Adam Homolka! Wie schon im Vorjahr entschied sich die Rundfahrt bereits auf der ersten Etappe. Leider hatte ich am steilen Anstieg hinauf zum Funkturm nicht die Beine um mit Hannes Hempel mit zu attackieren und danach wollte ich aus taktischen Gründen keinen Vorstoß in die Spitze wagen, mit Hannes Hempel war von uns ohnehin der richtige vorne.

Die zweite Etappe war jene, die ich mir im Vorfeld zum "scoren" auserkoren hab'. Ein vom Profil her schwieriges Teilstück mit einem ziemlich schwierigen, fast bergigen Finale, das in einem Sprint einer größeren Gruppe kulminieren sollte. So war's dann auch, nur leider war die Gruppe im Sprint 50 Mann stark, obwohl wir bei der Bergwertung 15 km vor dem Ziel nur noch ca. 20 Mann an der Spitze waren. Mit dem 12. Platz war ich alles andere als zufrieden, zumal ich viele Fehler machte, aber egal...

Auch die nächsten Tage brachten mir kein Resultat, wobei zu sagen ist, dass ich mich mit so vielen "Klasse Leuten" bei den Sprints nicht auf einen Mangel an Glück ausreden möchte, sondern mir einfach mangelnde Klasse eingestehen muss. Mit der Form die ich beim Uniqa hatte, bin ich aber zufrieden, wär doch gelacht, wenn ich im Herbst nicht noch ein paar Resultate produzieren könnte!

Am Sonntag machte ich mich mit einem Abstecher über Sarleinsbach auf den Weg Richtung Urlaub in Italien.

 

Österreichrundfahrt: (9.06.03 bis 15.06.03)

 

Jeder Radsportfan hat die Rundfahrt sicher täglich im TV verfolgt, deshalb dazu nur so viel: Meine Qualitäten als Allrounder wurden mir wieder mal zum Verhängnis: Vierzehnter, Zehnter, Fünfter und Siebter auf den Etappen- 25er Gesamt, also zwar gute aber eben keine sensationellen Resultate. OK, jetzt untertreibe ich natürlich ein wenig, denn ich bin natürlich schon ein wenig stolz auf meine Konstanz, dennoch ist mir bewusst, dass Konstanz eine Eigenschaft ist, die in einer Beziehung wichtig ist, im Sport zählen nur Extreme.

 

Die Wochen nach der Rundfahrt verbrachte ich zumeist in der "Horizontalen" zumal ich wirklich viel Körner gelassen hatte. Mein großes Ziel war es, bei der ÖM zuzuschlagen. Dort ist aber leider bereits nach einigen Minuten die richtige Post gegangen und als Haselbacher, der als einziger vom Feld nach vor in die Spitze springen konnte, seinen Move machte, konnte ich nur erstaunt zusehen. Er fuhr ca. 10km/h schneller als ich. Diese Demonstration purer Kraft verstand ich als Aufforderung mein Rad an den Straßenrand zu lenken und der virtuosen Vorstellung der beiden Gerolsteiner Cracks staunend, als Zuschauer beizuwohnen.

 

Das Mannschaftsbergzeitfahren in Reith gewann ich mit meinem Hervis COPYright Team vor Elk! Und das ohne Hannes Hempel. Meine großartigen Beine an diesem Tag machten unserem Sprinter Petr Herman ordentlich Probleme...

Weil der Liebe Gott kleine Sünden ja bekanntlich sofort bestraft, musste ich am nächsten Tag beim 1.5 er Rennen in Reith aber ordentlich "Watschen" einstecken, zuerst Defekt in der Spitze und dann Krämpfe, die mich zum Schreien und Aufgeben zwangen.

 

Steiermark Rundfahrt: (29.05.03 bis 1.06.03)

Gleich auf der ersten Etappe gab's bei uns im Hervis COPYright Team einen wahren Freudentanz. Petr Herman gewann den Auftakt nach einem von mir perfekt angefahrenen Spurt. Für mich, meine beste Saisonleistung, zumal ich alles richtig machte und auch selbst noch Dritter wurde. Danach ging's weniger erfreulich weiter, trotz großartiger Form haben wir's richtig verbockt und konnten im Gesamtklassement nicht überzeugen.

Für mich eine recht schmerzhafte Erfahrung, weil ich mich trotz guter Form "opferte" und nix dabei rauskam.

 


Wien Laßnitzhöhe: (25.05.03)

Als wir uns am Sonntag vom BSZ Wien Südstadt Richtung Laßnitzhöhe (bei Graz) in Bewegung setzten, war ich aber unglaublich froh, am Vortag ein paar schnelle Tritte gemacht zu haben, denn das Tempo war vom Start weg hoch. Irgendwie entstand am Weg Richtung Wechsel eine richtige Hetzjagd, angeführt fast ausschließlich von Fahrern meines Hervis COPYright Teams.
Als die entscheidende Post (mit Homolka, Hempel, Faltheiner, Scherzer, Riedesser, Berein, Höller, Fischerlehner, Gratzer) abging und die "Windkante" langsam immer weiter davon zog, waren aber alle, ganz besonders wir froh darüber, wieder ruhiger weiter rollen zu können.

Am Wechsel selbst, dem "Grenzberg" zwischen Niederösterreich und der Steiermark, ging das Rennen erneut los. Das Tempo wurde immer wieder verschärft, (von H. P. Obwaller) und als ich mich gegen Mitte des Anstieges einmal umblickte, war nur noch Matzbacher vom Rapso Team an meinem Hinterrad. Fast ungläubig prüfte ich den sich ständig verkleinernden Abstand zur Spitze und den fast gleichbeleibenden zu H.P. Obwaller, der ca. 100m vor mir den Berg hinauf raste. Kurz nach der Bergwertung schloss ich mit Adam Homolka, der unterwegs aus der Spitzengruppe zurückgefallen war und Matzbacher zur ordentlich geschrumpften Spitze des Rennens auf. Hoch zufrieden wie ich sagen muss, denn mein Tempo am Wechsel war wirklich gut.
Der anschließende Streckenabschnitt über ca. 1239 kleinere Anstiege, die es am Weg Richtung Ziel zu bewältigen galt, war aber ziemlich "steinig" und hart. Die drückende Hitze trug noch Ihren Teil dazu bei.
Irgendwann, in der Nähe von Gleisdorf, nach einer Aktion bei der ich ziemlich unnötig Körner verschleudert habe, verschärfte Obwaller erneut das Tempo, diesmal musste ich ihn leider ziehen lassen; die alte Weltordnung war wieder hergestellt!
So taumelte ich die letzen 25km ziemlich verloren umher. Ins Ziel kam ich als Neunter, was zwar nicht berauschend ist, aber auch kein Grund zum sauer sein. Mit ein bisschen mehr Kampfgeist und ein wenig mehr Hirn wäre aber wesentlich mehr möglich gewesen. Aber gerade in rennentscheidenden Situationen merkte ich ziemlich deutlich, dass ich nach meiner Pechsträhne einfach noch nicht die nötige Routine und Härte habe. Aber egal, ich hab ja noch ein paar Tage Zeit zum Üben...

 

Mr. Defekt

(27.05.03)

Auf meiner Seite sollte ich in erster Linie Werbung für mein Team und vor allem natürlich auch für mich machen. Deshalb ist die "Mr. Defekt" Überschrift, wohl etwas ungeeignet.

Nachdem mich mittlerweile aber sogar die Kronenzeitung so bezeichnet, mein „Pechvogelimage“ also bereits einer wesentlich größeren Leserschar, als der meinen bekannt ist, brauche ich hier wohl nicht allzu vorsichtig sein…

Aber eines nach dem anderen.

Das letzte Rennwochenende hat bereits recht verheißungsvoll begonnen. Dubnica hieß das Ziel unserer Reise in die Slovakei. Dubnica ist zwar auch bei den Slovaken kein so häufiger Ortsname wie bei uns etwa St. Martin, dass es zwei Dubnicas gibt, ist seit letztem Donnerstag aber ein Faktum, das ich bestätigen kann.

Hochprofessionell auf die Reise vorbereitet, machten wir uns mit einer vom Computer ausgearbeiteten Streckenplanung auf den Weg gen Osten.

In Dubnica angekommen, traute ich meinen Augen kaum - aus dem kleinen Dorf Dubnica ist in den letzten zwei Jahren eine echte Metropole geworden, mit Kernkraftwerk und allem Bi Ba Bo… „Ah! Dubnica ist nur ein Ortsteil….?! „Ähm? Kann es sein, dass es noch ein anderes Dubnica gibt….?“ Sicher doch 60 km entfernt!!!!

Gott sei Dank war am Freitag erst zum 13.30h Start, die Regenerationszeit nach der sehr, sehr langen Autoreise also lange genug.

Beim Rennen selbst, einer fast 200km langen Bergpartie, lief aber vom Start weg alles nach Plan. Bergauf konnte ich das Tempo bestimmen und mit Petr Herman und Vladimir Novotny hatten wir bald zwei Mann in der Spitzengruppe. Auch als wir die beiden wieder eingehohlt wurden lief alles perfekt. Bis zum vorletzten Anstieg waren wir mit vier Mann ganz vorne vertreten. Nach der letzten Bergwertung, knapp 30km vor dem Ziel hatte sich eine nicht ganz 10 Mann starke Spitze gebildet, nicht nur Adam Homolka, sondern auch ich war darin vertreten… Perfekt, auf den verbleibenden Kilometern die bergab Richtung Ziel führten hatten wir ziemlich gute Karten… Hätten gehabt, müsste die korrekte Formulierung lauten. Denn kurz vor dem Ziel…. Erraten! Dieser Bericht trägt nicht umsonst die Überschrift Mr. Defekt!!!

Gott sei Dank konnte aber Petr Herman durch die, wie er später immer wieder betonte phantastische Arbeit von Paul Kasis auch noch zur Spitze aufschließen und zu einem tollen zweiten Platz sprinten! Adam Homolka wurde Vierter, Pauli Neunter und ich meinem neuen Namen mehr als gerecht.

Kriterium Budweis (19.05.03)

Nach dem 7h Ritt aus der Schweiz zurück nach Traun blieb mir gestern nur wenig Zeit zum Verschnaufen. Nach einer zweistündigen Ausfahrt, bei der mir Roman Rametsteiner von seinen letzten Heldentaten berichtete, ging es am Nachmittag weiter Richtung Osten. In Budweis stand ein Kriterium auf dem Plan. Wie immer bei solchen Stadtrennen stand die Show im Vordergrund. Die gepflasterte Runde in der Biermetropole bot dafür auch eine wirklich  spektakuläre Kulisse für diese Exibition. Gott sei Dank waren die tschechischen Stars nach der Friedensfahrt noch müder als ich und das Tempo deshalb erträglich. Sieger: Sosenka (CCC)

Schynberg Rundfahrt  (18.05.03)

"Was macht's denn ihr da...?" war die etwas verdutzte Begrüßung von Jochen Summer (GS Volksbank - Ideal), als er mich vor dem Start in der Schweiz sah.

Was ich dort zu suchen hatte, fragte auch ich mich zwischenzeitlich. Beim Studium der Starterliste und der exakten Streckenführung kamen ehrlich gesagt schon leise Zweifel auf. 182km mit einem 12mal zu bewältigenden 200 Höhenmeter Berg gewürzt mit Konychev, Bortolami und Co. versprachen eine echte "Sonderprüfung".

Gleich am Start wurden aus meinen leisen Zweifel sehr, sehr laute. Die Jungs sind richtig schnell weggefahren... Also Rennen vom Start weg, ohne Aufwärmen ohne Einrollen. Obwohl ich auf den ersten 50km recht aktiv fuhr und beherzt mitattackierte, traute ich mir keinesfalls zu, es irgendwie bis ins Ziel zu schaffen. Zum schweren Kurs und der elitären Konkurrenz gesellte sich nämlich noch unangenehm feucht - schwüles Wetter, das ich absolut nicht vertrage.

Mit fortdauernder Belastung dürfte sich mein Körper aber trotzdem an das hohe Tempo gewöhnt haben. Das Feld wurde immer kleiner und mein Selbstvertrauen wieder besser, bergauf konnte ich recht gut mithalten und sogar bei Attacken mitgehen...

Leider war das aber nur ein Zwischenhoch, denn 15km vor dem Schluss begannen Krämpfe in meinen Beinen zu wüten, sogar meine Unterarme blieben nicht verschont. Deshalb musste ich am letzten Anstieg reißen lassen und kam als müder 40er ins Ziel...

Fazit: Ich bin noch nicht in Topform, in den 3 Wochen bis zur Ö - Tour ist aber sicher noch einiges möglich. Dafür fliegt unser Sprinter Petr Herman bergauf. Ein 13er Platz ist mehr als beachtlich. Adam wurde guter 18er.

Wolfsberg

(7.05.03)

"Miserable things happen to miserable people…" (Anm.: Nur um Kritikern gleich vorweg den Wind aus den Segeln zu nehmen: Ich habe nicht vor, meine HP von nun an zweisprachig zu führen, vielmehr hat mir diese Redewendung ein Typ auf englisch „reingepresst“ und ich hab's einfach noch so im Ohr…!)

Irgendwie geht mir diese Gleichung a la "Wennst viel Pech hast, bist a A…." nicht aus dem Kopf. Wieder zwei Defekte in Wolfsberg, noch dazu in rennentscheidenden Situation. HP Obwaller, der sich mit steigenden Temperaturen auch wieder Nummern auf den Rücken heftet, hat sich schon vor dem Frühstück erkundigt, was es denn mit unseren auffällig gelben S’Moritz Maschinen auf sich hat… „Ah! Die wurden von einem Pannendienst für Radfahrer gesponsert! Dann ist das also Show, dass du so viele Defekte hast…!“

Wolfsberg ist eigentlich eines meiner Lieblingsrennen, eine nicht zu lange Runde mit einem schönen Anstieg, das alles bei meist schönem Wetter und dem typischen kärntner, fast südländischen Flair.

Eben das veranlasste wohl auch Hannes Hempel in den ersten Runden etwas am Gas zu zupfen und bergauf das Feld dezent auszusieben. Meine Taktik war vorne rein und hinten raus bei den Anstiegen "Sickertaktik". wie man im Chargon sagt. Als ich bei dieser Energiesparvariante fast alleine "übrigblieb" hab’ auch ich mich entschlossen Gas zu geben. Die Kollegen dürften wohl schon wissen, dass ich mit meinen Defekten nicht besonders weit komme und gesellten sich bei meinem Antritt nicht zu mir, sondern ließen mich alleine ziehen. Na Bravo! Da ritt ich nun alleine auf weiter Flur- 100 km vor mir, 100 Mann hinter mir. Harry Wisiak, mein sportlicher Leiter, hat mir aber die Anweisung gegeben trotz einer gewissen "Sinnlosigkeit" weiter zu fahren und möglichst kraftsparend vor dem Feld zu tänzeln. "Fernsehattacke" ohne Fernsehkamera.

Richtig los ging das Rennen erst, als ich wieder eingeholt wurde. Es wurde viel attackiert und schnell befand ich mich wieder in einer Spitze; diesmal mit Riedesser (Elk) und Silar (Merida). Nicht sehr lange: Defekt!!! Daraufhin musste ich mit meinem Hervis COPYright Team wieder vorne wegfahren; „Loch zumachen auf die Ausreißer!“ Kaum war das Feld wieder geschlossen: Defekt!!! Als ich etwas genervt wieder zurückkam, ging die Post richtig ab, ich konnte nur zusehen wie das Rennen verloren ging. Zwar versuchten wir das Loch noch mal zuzufahren, am neuralgischen Punkt, kurz vor dem Anstieg fehlten uns aber noch ein paar Sekunden. Das Rennen war verloren. Am Ende kam unser Punktesammler Adam Homolka auf Rang 7, Petr Herman wurde 11er. Ein bitteres Wochenende, das uns herbe Kritik seitens unseres Chefs Hubert Stankovsky einbrachte. Dennoch bin ich guter Dinge, leistungslimitierender Faktor war „nur“ das Material, meine Beine waren super und das freut mich, denn die werden auch nächstes Wochenende noch gut sein … Bleibt nur zu hoffen, dass ich das bei einem Rennen beweisen kann und nicht „Hobbyfahrer“ beim Training ärgern muss!

 

Nach dem Kischblütenrennen

(29.04.03)

Entschuldigung! Haben Sie zufällig die Telefonnummer von Frau Gerda Rogers…?
Tja! Für das Kirschblüten ist es nun zu spät, aber das nächste mal, wenn ich mich als Klassikerjäger versuche, werde ich vorher die Sterne befragen. Mein gestriger Versuch stand nämlich alles andere als unter einem guten Stern.
Bereits in der ersten Runde, auf der Abfahrt zwischen den beiden langen Anstiegen, kam ich nämlich ordentlich ins Schleudern… Hinterrad defekt! Auch wenn mir mein Funkgerät den Hilferuf ins Betreuerauto verwehrte, war Albin Kern am Steuer des Betreuer-BMWs schnell zur Stelle und nur wenig später war ich wieder zurück im Rennen. Vorläufig!
Irgendwie fühlte sich die Kette meines neuen S’Moritz Renners nämlich ziemlich unwohl auf dem etwas betagteren Zahnkranz auf dem Ersatzlaufrad und sprang quietschvergnügt zwischen den Ritzeln hin und her…

Pardon! Bitte nehmen Sie das "quietsch" nicht wörtlich, denn mit dem neuen RSP "Zauberöl" kann nicht einmal die Kette auf Omas Waffenrad quietschen!

Wie auch immer, für mich war klar; mit diesem "Setup" konnte ich die verbliebenen 150 km keinesfalls bewältigen. Also wieder rechte Hand nach oben, winke, winke "Herr Kern und Herr Wisiak bitte einmal Laufradwechsel!"
Optimal, jetzt funktionierte die Schaltung wieder, auch wenn ich bei meinem mühsamen Vorstoß zurück Richtung Feld die Kette immer weiter nach links schalten musste, weil’s so schwer ging… Ah! Das ist nicht an mir oder meinen Beinen gelegen. Kurz nach dem ich zurück im Peloton wieder bei Kräften war, bemerkte ich nämlich, dass mir die Jungs das Laufrad so schief eingebaut hatten, dass es an der Bremse streifte!

Also noch einmal das schöne Spiel, weil es mir so gut gefiel: Bremsen, anhalten, absteigen, reparieren, aufsteigen, nachkoffern… Jetzt hätt’ ich bei meiner Aufzählung beinahe vergessen, dass man natürlich auch ordentlich fluchen und sich ärgern muss!!! (Als echter Möchtegern Tafi natürlich in Italiano)
Nachdem ich mir aber fest vorgenommen hatte, ein gutes Rennen zu fahren, war ich schnell wieder bei der Sache, wenn auch schon leicht angeschlagen.

Beim nächsten Anstieg, hinauf zum Mistelbacherberg, konnte ich erstmals meine Kraft einsetzten um mich vom Feld weg und nicht wie zuvor zum Feld hin bewegen. Die Bergwertung passierte ich sodann als Zweiter und nach der Abfahrt war ich ein sechstel einer recht hochkarätigen, wenn auch nicht besonders langlebigen Spitzengruppe mit Golcer (Volksbank Ideal) und Fischerlehner (Elk). Auch wenn wir, wie schon angedeutet, schnell wieder gestellt wurden, kam dadurch wieder etwas Hoffnung auf.

Kurzfristig!
Wenige Kilometer danach, kurz nach der zweiten Zieldurchfahrt, am Anstieg zum Buffet, verschärfte nämlich ein echter Gentleman das Tempo und weg war sie, die 13 Mann starke Spitzengruppe.
Müßig zu sagen, dass ich an diesem, meinem Glückstag, auch beim Buffet keinen Erfolg hatte und ohne eine Flasche zu erwischen, zuschauen musste, wie die "Post" wegrollte. Mit dabei neben Morscher, Scherzer Summer und Co natürlich auch Adam Homolka und was mich besonders freute, auch unser Toptalent Tommy Rohregger, der begleitet von einem anderen Hoffnungsträger des österreichischen Radsports, Andrew Bradley abermals eine echt gute Figur machte.

Hier endet mein Rennbericht, denn auch das Rennen war somit (klarer Weise) gelaufen. Wer sich für den Hergang in der Spitzengruppe interessiert, sorry! Ich wäre nicht einmal mit einem Gucker in der Lage gewesen daran teilzuhaben, denn der Vorsprung der 13 wuchs rasch auf zehn Minuten… Die magische Grenze!

Der Magische, Magic Fritz Berein, prophezeite sofort die Disqualifikation des Hauptfeldes… Wie er nicht ohne Stolz erzählte, war er auch im 93er Jahr, bei "Rund um Wien" mit von der Partie, als zum letzten Mal ein Hauptfeld aus dem Bewerb genommen wurde! Für alle anderen dürfte diese rigorose, aber für mich nicht unverständliche Anwendung der Wettfahrt-Bestimmungen aber ein Novum gewesen sein.

Fazit: War wohl nix mit Klassikerjäger!

Am Heimweg beschloss ich meinen Frust unter ein paar ordentlichen Fritten und einem Burger zu begraben. Frohen Mutes vom Geruch der heißen, gesättigten Fette beflügelt, stiefelte ich also zum Mc. Donalds, sicherheitshalber fragte ich vorm Bestellen noch, ob bezahlen mit Bankomat ähm Maestro OK wäre… Wer den Bericht oberhalb gelesen hat und sich mit Naturgesetzen, sowie zum Beispiel dem Gesetz der Serie auskennt, kennt auch die Antwort! SCH…

Apropos Naturgesetze, auf wen hätte Darwin wohl getippt, als er sagte "The fittest survivses!" Den, der sich mit fetten Burgern labte, oder den, der sowie ich zu Hause, gezwungenermaßen, an einem halben Kilo Spaghetti würgte…

Nächste Woche ist Bergrennen, dann wissen wir mehr!
 

Vor dem Kischblütenrennen

(25.04.03)

Am Sonntag findet der oberösterreichische Frühlingsklassiker schlechthin, das Kirschblütenrennen, statt. Ähnlich wie die Belgier bei der Flandernrundfahrt versuchen wir Oberösterreicher in Wels in Topform zu sein. Mir persönlich ist es leider noch nie geglückt bei diesem Monument zu scoren... Obwohl doch! Als U 23 Fahrer bin ich dort vor ein paar Jahren dritter geworden. Beim echten Rennen hat's aber noch nie gereicht. Wobei ein echtes Kirschblüten hat's eigentlich auch schon lange nicht mehr gegeben, denn in den letzten Jahren hat Petrus eher ein "Schneerosen" daraus gemacht. Die Strecke wurde wegen widrigster Witterung auf ein Minimum reduziert...

Letztes Jahr habe ich in Wels überhaupt den absoluten Tiefpunkt meiner Karriere als Radfahrer erlebt. Vor dem Rennen wurde bekannt, dass unser Hauptsponsor abgesprungen ist. Was mich daran mehr als alles andere erschüttert hat, waren die schadenfrohen Reaktionen im Radsportzirkus... (hauptsächlich aus den Mannschaften, die man nur vom Start kennt) STOP! Das ist ja Schnee von gestern!

Heuer aber sieht's ganz anders aus! Rechtzeitig vor dem ersten "Highlight" ist Hubert Stankovsky, dem Teammanager meines Hervis COPYright Teams, nämlich ein ganz besonderer Coup gelungen. Hubert konnte Ex- Staatsmeister Josef Lontscharitsch unter Vertrag nehmen. Weil es ziemlich doof klänge, wenn ich hier über Lontschi zu schwärmen beginnen würde, sag ich nur eins: Ich bin ein Fan! Zwar klingt das auch nicht viel besser, aber jeder, der den Weltenbummler a.D jemals in Top-Form erlebt hat, kann nachvollziehen was ich meine. Kurz und gut: Ich freue mich aufrichtig über diesen prominenten Neuzugang!

Übrigens kann ich am Sonntag auch erstmals mit meiner Rennmaschine starten, denn auch die ist pünktlich fertig. Ich bin ehrlich froh, dass ich meinen 9,6kg schweren Trainingspanzer nicht über die Scharten schleppen muss...

Bleibt zu hoffen, dass ich mit diesen Moral Boosteren die Rechnung, die ich mit dem Kirschblütenrennen noch offen habe, begleichen kann...

 

Osterwochenende
(20.04.03 und 21.04.03)

Flachgauer Radsporttage

(20.04.03)

www.poemer.com gibt es nun schon seit fast zwei Jahren. In diesen zwei Jahren habe ich immer nur Newsberichte geschrieben, weil mir das Schreiben an sich Spaß macht und auch dabei hilft, nicht vollkommen zu verblöden, war dabei nie besonders kritisch und hab’ versucht eher amüsant zu schreiben.

Das so genannte Classic gibt mir erstmals Anlass, mit dieser „Tradition“ zu brechen. Klassisch bedeutet, so zu mindest sagt es der Duden, von außerordentlich hoher Qualität - eben dieses Prädikat verdienen die Flachgauer Radsporttage bei Gott nicht!

Weshalb man bei einem Radrennen 300 Starter ohne zu selektieren in den sprichwörtlichen Krieg schickt, weiß ich nicht. Ich möchte mich dazu auch nicht äußern und hoffe, dass dafür nicht zusätzliche Einnahmen an Nenngeldern ausschlaggebend waren. Wie auch immer - 300 Starter - darunter sehr, sehr unroutinierte, sind meiner Ansicht nach zu viel. Aber OK!

300 Mann mit nur einem Vorausfahrzeug abzusichern ist, ohne wenn und aber, ein Skandal! Der Veranstalter hat es nicht einmal geschafft den Zieleinlauf zu sperren!

500m vor der Linie ist uns plötzlich ein Traktor entgegengetuckert… Bravo! Aber wie gesagt, das ist nur die Spitze des Eisberges, denn auch währed des Rennens war’s oft recht eng, Autos links und rechts!

Wenn ich dann am Abend im Teletext lese keiner der Fahrer wurde ernsthaft verletzt, stellen sich bei mir einfach die Haare auf! Denn das war ein Osterwunder. Ich möchte wissen ob der Pressechef dieser Veranstaltung schon einmal das Geräusch gehört hat, das entsteht, wenn ein Radfahrer bei Tempo 50 in ein Auto kracht? Oder ob er schon einmal gesehen hat wie sich ein blutüberströmter Rennfahrer wieder aufrappelt? Oder ob er vielleicht selbst sogar schon mal am Boden lag…. Sicher nicht, denn ansonsten hätte man sich in Neumarkt am Wallersee sicher mehr Gedanken um die Sicherheit der Sportler gemacht!

„Aber es is jo eh nix passiert, und wons wem neht recht is muas a eh net fohrn…“

Jetzt aber zum sportlichen: Das Rennen selbst war ziemlich ausgeglichen. Es scheint fast, als ob die Kräfteverteilung heuer etwas besser ist. Der starke Wind machte auch den eher einfachen Kurs ziemlich selektiv. Irgendwie konnte sich aber dennoch keine Gruppe entscheidend absetzen. Im Finale kam dann über Funk die Anweisung Adam Homolka bestmöglich zu unterstützen, was ich gerne tat. So konnte ich mich aus dem mir verhassten „Endspurt“ heraushalten. Leider konnte Adam aber nicht scoren und verlor als 11er auch das Tchibo Cup Trikot. Besser erging es Petr Herman, er wurde guter vierter! Sieger: Harald Morscher (Elk)!

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Bedingungen wie oben erläutert zwar skandalös waren, sowohl das Rennen als auch der Ausgang aber hochklassig und verdient sind! Amen

 

Schwanenstadt

(21.04.03)

In Schwanenstadt bot sich von Beginn weg ein anderes Bild! Die Jungs auf den Motorrädern hatten die Autofahrer unter Kontrolle! Die Rennstrecke, auf der im Vorjahr die Meisterschaften ausgetragen wurden, liegt mir aber absolut nicht! Der kurze, steile Anstieg zum Philipsberg kommt mir einfach nicht entgegen, dafür fehlt mir einfach die Spritzigkeit! Vielleicht ist es auch ein schlechtes Omen, dass es ausgerechnet der Philipsberg war. Philip hieß nämlich auch der Typ, der mir in meiner Kindheit die meisten Watschen gegeben hat…

Mannschaftlich hat das Rennen aber recht gut geklappt, es war immer jemand vorne. Dass sich in der Spitzengruppe Adam Homolka befand, war also ein Zufall, ein guter Zufall!

Wie meistens, wenn die richtige Gruppe weggeht, wurde es hinten im Feld ruhig. Gott sei Dank, denn meine Beine waren alles andere als gut.

Wieder vierter war zwar etwas bitter, aber wieder ein schöner Beweis von Adams momentaner Klasse! Gratuliere!

 

Pribram

(13.04.03)

Warten

Dass der Radsport eine der schwierigsten und trainingsintensivsten Sportarten ist, ist unumstritten und hinreichend bekannt. Leider ist es mit konsequentem Training, Selbstdisziplin und großer Härte nicht abgetan. Zusätzlich braucht man als „Radrenner“ auch extrem gute Nerven. Im Verlaufe eines Jahres gilt es nämlich fast ständig, sehnsüchtig auf etwas zu warten… Den erlösenden Anruf des Teammanagers auf Sponsorensuche, den neuen Vertrag, das neue Rad, den Frühling, die Wäsche…. und wer nach all diesen Nerventests immer noch „kann“, steht vor der ultimativen „Prüfung“: Warten auf die Form!

Trotz permanentem Herumexperimentieren am Training, Selbstzweifel und diversen Lichtblicken gehört das Warten auf die Form zu jenen Tätigkeiten, die auch im richtigen Leben nicht unangenehmer sein können. Wie eifrige Leser meiner hobbyjournalistischen Versuche wissen, habe ich die passive Seite des Radsports heuer recht gut verkraftet. Obwohl alles extrem lange gedauert hat! Dennoch kamen bei der „Gretchen Frage“ nach dem Ansfeldner einige Selbstzweifel a la: Werde ich jemals wieder in Form kommen?

Nun! So genau weiß man das nie, denn Form ist ja ein sehr dehnbarer Begriff. Trotzdem bin ich nach dem tschechischen Cuprennen in Pribram ziemlich zuversichtlich. Das Resultat gleich vorweg: 10 Platz. OK! Ein zehnter Platz bei einer WM oder bei der TdF ist sicher ein Grund zum Feiern. Zehnter Platz bei einem Rennen rund um ein tschechisches Kolchosbauerndorf wohl eher nicht. Trotzdem bin ich seit Sonntag sehr zuversichtlich. dass die „Warterei“ bald ein Ende hat.

Jetzt (endlich) zum Rennen. Pribram irgendwo zwischen Budweis und Prag gelegen, ist ein eigentlich recht interessantes Rundstreckenrennen mit einem Hügel, einer „Windpassage“ und ziemlich miserabler Strasse. Die sechs Minuten Vorgabe auf die C Fahrer (und andere Banditen) waren rasch egalisiert. Daraufhin war das Rennen eher von Stürzen geprägt, als von Attacken. Obwohl meine Hervis Copyright Kollegen und ich immer wieder Vorstöße wagten; vergebens! Irgendwie schienen alle Angriffe im Sand zu verlaufen, bis sich im Seitenwind eine größere Gruppe löste und so eine Vorentscheidung erzwang. Daraufhin kam Leben ins Gefecht. Ich hatte eigentlich ziemlich gute Beine und zupfte einige male am „Gas“, doch eher um andere Teams zum Arbeiten zu bewegen, als in der Hoffnung auf ein erfolgreiches Solo. Zu oft wie sich im Finale zeigte. Denn als Tomas Konecny vom tschechischen ZVVZ Team zum entscheidende Vorstoß ausholte, hatte ich nicht mehr viel entgegenzusetzen. Die Spitzengruppe arbeitet rasch einen komfortablen Vorsprung heraus, der auch das Tempo im Feld stark beeinflusste; das Rennen war gelaufen. Wie immer in der letzten Runde eines „Cuprennens“ kam noch mal Leben auf und ein, zwei  Fahrer setzten sich ab. Dahinter rüsteten wir uns für die Bergankunft. Am Ende wurde Adam achter und ich als dritter des Hauptfeldes zehnter. Wie schon gesagt: Ich bin wirklich sehr zufrieden mit meiner momentanen Form!

Ansfelden

(6.04.03)

"Was soll ich denn noch sagen, es ist doch alles schon gesagt...!" So oder so ähnlich sang vor einiger Zeit einer der erfolgreichsten Österreicher! Auch über das Ansfeldner wurde bereits alles gesagt und eigentlich hab' ich keine allzu große Lust, das ganze nochmals aufzuwärmen... Obwohl aufschreiben fällt ja vielleicht unter "Vergangenheitsbewältigung"!?

"Aus einer Spitzengruppe darf man nicht abreißen, außer man fällt tot vom Rad...!" Dieser etwas markige Ausspruch unseres sonst recht sachlichen Bundestrainers, konnte mir gestern einfach nicht aus dem Kopf gehen. Sicher, Trainer Lux bezog sich dabei auf die Friedensfahrt, die Tour de France des Ostblocks,  aber irgendwie hat diese russische Philosophie überall eine gewisse Gültigkeit, zumindest rein metaphorisch... Kurz: Ich fühlte mich ziemlich schäbig, als ich nach einigen Runden in der Spitzengruppe "reißen lassen" musste und wie ein nasser Fetzen ins Feld zurückfiel. Es war einfach nicht mein Tag. Kein Druck am Pedal!

Aber nun zum Rennen: Vorne schien bereits nach nur 20km alles klar zu sein. Der frühe Vorstoß von Ralf Scherzer formte eine ca. 15 Mann starke Gruppe mit vier Elk Fahrern und nur zwei Mann von meinem Hervis Copyright Team, wie schon erwähnt fiel einer davon - nämlich ich - recht bald zurück. Alles schien auf einen neuerlichen Triumph der grün roten Maschinerie von Elk hinauszulaufen. Aber irgendwie kam dennoch alles anders. Denn anstatt des gewohnten Bildes standen drei Tschechen am Podest. Das schöne daran, Adam Homolka wurde dritter und rettete somit unsere Ehre. (Die Ehre des Teams; denn meine ist noch immer etwas lädiert...)

Interessant auch, wie widrige Bedingungen aus fast jedem Radrennen eine wahre Schlacht werden lassen können und der leichteste, langweiligste Rundkurs zu einem echten Härtetest werden kann...

Brno - Velka Bites - Brno

(1.04.03)

Die edelste Form der Problemlösung ist die durch bloßes Nachdenken. Deutlich primitiver und in der Fauna weit verbreitet ist es, Probleme durch Versuch und Irrtum zu lösen. Einzellern und anderen Dumpfbacken ist selbst diese Methode zu schwierig, sie lernen's nie!

Nun! Nach meinen Erfahrungen von gestern muss ich mich leider als Vertreter der letztgenannten Gruppe outen…

Brünn ist ein traditionelles Windkanterennen, jedes Jahr fällt die Vorentscheidung in der Rückenkante Richtung Velka Bites… Was kann man also über einen Rennfahrer sagen, der sich trotz Kenntnis dieses Faktums kurz vor dem besagten Streckenabschnitt in den Konvoi zurückfallen lässt um Flaschen zu holen? (eine Selbsteinschätzung dazu finden sie weiter oben „DUMPFBACKE“)

Wie auch immer, auch einer der meiner Meinung nach cleversten Rennfahrer überhaupt, unser Sprinter Petr Herman, stellte sich ein ähnlich schlechtes Zeugnis aus und leistete mir Gesellschaft. Gut! Van hinden wurden wir zumindest Zeugen einer wirklich spektakulären Showeinlage. Neben einem Auto und einigen anderen Pechvögeln kam natürlich auch Teilzeitstuntman „Neoprofi“  ;) Paul Kasis zu Schaden. Als wirklich geselliger Typ legte er sich natürlich sofort zu den Kollegen, die sich im Zuge eines Massensturzes den A.… aufrissen… (Leider kann ich keine Haltungsnoten vergeben! Wir waren zu weit hinten) Auch wenn ich solchen Unfällen nur in einem Newsbericht wie diesem etwas lustiges abgewinnen kann und mir beim bloßen Anblick eines Sturzes die Lust am Radfahren vergeht, waren die Minuten nach dem Crash alles andere als fröhlich. Die Vorfälle verdrängend, galt es nämlich durch die Havarie verlorenen Boden wieder gut zu machen. Sprich, ein ziemlich großes Loch zuzufahren. Irgendwie ist es meinen Genossen und mir aber trotzdem gelungen, den Anschluss wieder herzustellen und was für mich am wichtigsten war, auch Petr Herman wieder zurück in den Kampf um den Sieg zu helfen.

Leider, und das war mir sofort klar, bedeutete diese Extraanstrengung für mich und mein noch etwas untermotorisiertes S’Moritz Rad auch das Ende aller Träume, gleich zu Saisonbeginn mit einem Resultat aufwarten zu können! Egal, an die Rolle des Domestiken gewöhnt, wusste ich natürlich was zu tun war und fuhr auf den letzten 40, 50 km so gut es ging Löcher zu! (Besonders dankbar war ich in der rennentscheidenden Phase über den Rat eines vielleicht recht talentierten, aber in Sachen Palmares völlig unbeschriebenen, österreichischen U23 Piloten, der mir nach einem kleinen Wortwechsel, an dessen Zustandekommen ich nicht unschuldig war, schulterklopfend vollkommend zusammenhanglos folgendes riet: “Pömer, fohr a moi mit uns nach Belgien, dann wast wie bei echte Rennen gfohrn wird….“ Da sich unser Disput in Wohlgefallen auflöste, nenne ich keine Namen. Diese Anekdote sei nur erwähnt, um die Notwendigkeit zu dokumentieren, in den nächsten Wochen richtig schnell zu fahren, die Kollegen haben anscheinend vergessen, das ich das kann!!!) Egal! Im Finale war das Glück leider nicht auf unserer Seite. Die Ausreißergruppe, die wir kurz vor Brünn schon in Sichtweite hatten, brachte einen  hauchdünnen Vorsprung ins Ziel. Fragen sie mich bitte nicht wer gewonnen hat, leicht frustriert bog ich nämlich bereits 3,75m nach der Zieldurchfahrt rechts Richtung Hotel ab und ging brausen… Zweiter wurde, das sei der Fairness halber erwähnt, mein Ex Team Kollege (der Robbie Williams des österreichischen Radsports) Patrick Riedesser, dem ich sein Erfolgserlebnis nach den Tiefschlägen der letzten Monate von Herzen gönne! Gratuliere!

Sechster (zweiter im Sprint der Verfolger) wurde nach einigen eindrucksvollen Demonstrationen gepardenähnlicher Spritzigkeit Petr Herman. Adam Homolka wurde vor Ortseinfahrt Brünn, so wie auch ich, etwas unglücklich „abgekuppelt“, konnte anders als ich aber dank brachialer Gewalt wieder aufschließen und trotzdem einen guten neunten Platz erkämpfen... Bleibt zu hoffen, dass wir in den nächsten Wochen und Monaten mehr Glück haben!

 

Jadranska Magistrala

(7.03.03)

Magistrala ist der Name der kroatischen Küstenstrasse, von Istrien bis hinunter nach Dalmatien und vielleicht sogar noch weiter. In Radsportkreisen steht dieser Name zugleich für die wichtigste und -zumindest den Starterzahlen nach zu urteilen- beliebteste Vorbereitungsrundfahrt. Was bedeutet aber Jadranska? Bei meinem dritten Antreten zu diesem Monument des "ich wär' so gern ein Echter" konnte ich erstmals auch dieses Geheimnis lüften. Nach einigem Überlegen konnte mir nämlich Valter Bonca erklären, dass Jadranska Küste bedeutet...

Nun könnte der Eindruck entstehen, dass wir im Laufe dieser Sternfahrt von Porec aus jeden Kilometer der malerischen Küste Istriens unter die Räder genommen haben. Weit gefehlt, denn das Meer hab ich kein einziges mal gesehen. OK! Das kann auch daran liegen, dass ich wegen des starken Windes meist auf das Hinterrad meines Vordermannes konzentriert war. Auf was ich hinaus will ist aber, dass wir eher das hügelige Landesinnere durchkämmt haben, uns also weit abseits von Jadranska und Magistrala bewegt haben...

Wie war das noch mal? Die beliebteste Vorbereitungsrundfahrt??? Ich für meinen Tei kann nur sagen, ich hasse Porec, ich hasse diese Rundfahrt, das hektische Chaos in diesem Peloton und über alles die aufgefrästen Strassen, auf denen diese Rundfahrt permanent holpert... Und natürlich den Ucka!!!!!!!!!

Dennoch hatte ich eine wirklich schöne Woche in Kroatien. Ich hatte nämlich wieder richtig Spaß am Radfahren, am Rennen fahren. Wahrscheinlich ist es mir auch deshalb recht zufriedenstellend gerollt, ich meine geholpert. Sicher fehlen mir noch da und dort einige Prozent, das ist klar, aber vom Gefühl her war's wirklich gut. Mein Motor dreht wieder wie ein Rennmotor und nicht wie ein Diesel. Auch bergauf lief es ganz gut, soll nicht bedeuten, dass ich denke, in ein paar Wochen um Bergwertungen mitsprinten zu können, aber nach einer Saison wie meiner letzten, gibt man sich halt doch etwas leichter zufrieden...

Und die Mannschaft? Die Jungs sind wirklich Spitze! Als wir beim "ersten Abendmahl" beisammen saßen, war's so, als ob erst gestern das letzte Rennen gewesen wär. Auch die neuen - Paul Kasis und Hannes Gründlinger - passen gut zu uns. Was mich persönlich besonders freut ist, dass auch Hannes Hempel wieder mit von der Partie ist. Hannes gehört einfach zu uns und seine Klasse könnte auch heuer wieder das nötige Zünglein an der Waage sein!

Also nochmals: Auf eine gute Saison 2003

 

Saisonbeginn!

(7.03.03)

Jetzt ist es also so weit, nächste Woche am Donnerstag ist der Winterschlaf endgültig aus, mit der Jadranska Magistrala geht für mein Team und mich die Rennsaison los. Leider muss ich mich über den genauen Namen meiner Mannschaft noch ein paar Tage in Schweigen hüllen, eines sei aber gleich vorweg verraten: Hubert Stankovsky, seines Zeichen Teammanager, hat ein sehr solides Paket geschnürt.

Die Mannschaft, die wie im Vorjahr GS, also internationalen Profistatus hat, sieht wie folgt aus: Gründlinger Hannes; Hempel Hannes; Herman Petr; Homolka Adam; Kasis Paul; Lauscha Robert; Meinhardt Gerald; Novotny Vladimir; Pömer Christian; Rohregger Thomas

Als Ausrüster unterstützen uns: SHS Bikes mit S' Moritz Rennmaschinen; Roox Bicycle Components, RSP mit Schmiermittel und Körperpflege; UVEX mit Helmen; Löffler mit Wäsche, Maxim mit Sporternährung. Ich bin darüber hinaus froh, auch wieder mit Adidas Brillen ausgestattet zu werden.

Also dann auf einen guten Start ins Rennjahr 2003!

 

Trainingslager

(23.02.03)

Kaum sagt der Pömer er fährt nicht auf Trainingslager, packt er seine Koffer und zischt ab in den Süden... Was soll ich dazu sagen? Diesmal war es jedenfalls so, dass nicht ich, sondern mein Teamchef Hubert Stankovsky den Entschluss gefasst hat, dass es an der Zeit ist, zu verreisen. Um seinen Vorschlag etwas attraktiver zu gestalten hat er auch noch die Brieftasche gezückt... Sprich, diesmal wurde ich fast gezwungen! ;)

So setzten wir uns am Sonntag 16. 02 Richtung Süden in Bewegung. Wir, bedeutet in diesem Fall Adam Homolka, Hannes Gründlinger und Paul Kasis. Nach längeren Diskussionen, Studium der Wetterprognosen und einem Anruf von unserer Nachwuchstruppe aus Rimini, haben wir uns entschieden, nicht ins "Hausmastersparadies" sondern nach Dalmatien, Nähe Sibenik zu düsen.

Eine weise Entscheidung, wie sich relativ rasch herausstellte, denn Wetter und Gegend in Kroatien waren perfekt. (s. Auch Gästebuch! Gregor Stankovsky fror in Rimini...)

Weniger perfekt waren hingegen meine Beine; ich habe eine Woche lang nur gelitten. Wobei diese Einschätzung der Lage etwas strittig ist, denn eigentlich waren die Beine aller, außer von Adam Homolka, schlecht... Ein weniger selbstkritischer Mensch könnte also sagen, Adam ist eine Woche lang viel zu schnell gefahren. Aber das liegt im Auge des Betrachters!

Alles in allem kann man aber zusammenfassen, dass wir eine Woche lang perfekt trainiert haben und auch menschlich und kulinarisch einiges geboten bekommen haben... Sprich: Gute Vorzeichen für das neue Rennjahr! Endlich!

 

Belangloses...

Mit dem Beginn des Monats Februar, fängt traditioneller Weise auch die europäische Rennsaison an. Die Profis montieren also wieder Startnummern auf Ihre Trikots und fahren um die Wette... Nachdem ich mich als GS 3 Fahrer aber nie als "Echter" betrachten würde, lasse ich mir auch damit noch etwas Zeit.

Für mich heißt Februar also nicht Rennbeginn, sondern Beginn der "intensiv Trainingsphase". Was aber nicht bedeuten soll, dass ich von nun an nur mehr mit Puls 180 herumfahre. Denn leider muss ich auch wieder an meinen Eßgewohnheiten arbeiten, die momentan alles andere als gut sind. Sogar während des Trainings greife ich immer öfter zum Kuchen, statt zum Müsliriegel (weil die Körner so langweilig schmecken)...
Wie Sie sich vorstellen können, wirkt sich diese Tatsache zwar positiv auf den Druck aus, den ich auf die
Waage bringe, der Pedaldruck - der mir wesentlich wichtiger wäre - bleibt
aber unverändert. Höchste Zeit zu handeln!!!

Dabei wird mich Franz Spilauer, ehemaliger RAAM - Sieger unterstützen, indem er mich mit MAXIM Sporternährung versorgt. Schmeckt super und macht nicht fett... OK! Fett bin ich auch jetzt nicht, aber dort wo im Sommer die Knochen rausschauen, haben sich in den letzten Monaten eben kleine Pölsterchen gebildet, die ehrlich gesagt auch nur ich und die Waage bemerken. Denn die 3 - 4 kg die ich jetzt mehr hab' als währender der Saison, sind bei Gott nicht als Übergewicht zu bezeichnen.

Trainingslager: Hui! In dieser Sache merkt man ganz deutlich, dass ich in einem "halb tschechischen" Team fahre. In den letzten Jahren war mir keine Reise zu weit oder gar zu teuer. Heuer halte ich mich ganz an "Dagobert" Homolka. Team Trainingslager: Ja, aber selber nur ja keinen Schilling, ähm Euro ausgeben.

Außerdem wurde mir im Herbst letzten Jahres von der Firma Löffler eine komplette Wintergarderobe zur Verfügung gestellt. Mit diesen Teilen könnte sogar die "Prinzessin auf der Erbse" den Winter über Rad fahren...

Die letzte Veränderung von der ich berichten möchte, betrifft die Regenerationszeit. Eben diese wird mir nämlich seit kurzem von Christoph Riedel, meinem neuen Masseur, verkürzt. Christoph, selbst Rennfahrer beim URC Radwelt, ist nicht nur ein ganz exzellenter Masseur, sondern wohnt auch gleich um die Ecke, was die Regenerationszeit nochmals um ein vielfaches reduziert... ;)

 

Depressionen ?

Heute ist der 24. Jänner. Weihnachten ist nur noch eine weit entfernte Erinnerung und auch der Jahreswechsel scheint ewig zurück. Das Wetter draußen ist furchtbar, grau in grau und nass – kalt. Auch der Blick nach vorne macht wenig Freude, immerhin liegen vor uns noch fast zwei Monate mit - gelinde gesagt - widriger Witterung. Doch das schlimmste ist, ich habe bis zum heutigen Zeitpunkt keinen Vertrag als Radfahrer...

So in etwa hätte ich meine momentane Situation bis vor ungefähr einem Jahr beschrieben. Auch wenn die obigen Zeilen den Sachverhalt ziemlich exakt darstellen, sehe ich die Dinge total gelassen, fast würde ich sagen, ich bin zu einem Positivdenker geworden. Zwar habe ich wirklich noch keinen Vertrag unterschrieben, aber eine fixe mündliche Zusage von Hubert Stankovsky ist mehr wert, als die Unterschrift von manch anderem Teammanager.
Außerdem habe ich bei der Fa. SHS.BIKE.COM, unserem Radsponsor, für das Rennjahr 2003 soeben meine neue Maschine bestellt... (Dazu bald mehr!)
Die finanziellen Probleme im Radsport kann man zwar nicht beschönigen, eine Lösung zu unserem Problem steht aber bereits fest. Ich werde mit der "Bekanntgabe von Fakten" aber noch ein Weilchen warten. Das vergangene Jahr hat mir nämlich gezeigt, dass für viele unserer Rennfahrerkollegen der größte Erfolg die Schadenfreude ist. Eben deshalb möchte ich mich bis alles "hochoffiziell" ist, in Schweigen hüllen. Überhaupt schreibe ich diese Zeilen nur, um allen die uns den "Untergang" gewünscht haben, die schönste Freude in ihrem Leben, die Schadenfreude, gründlich zu verderben!
 

Trainingslager Gran Canaria:

Trotz anderer Vorsätze zieht es mich jedes Jahr im Advent in den Süden, um vor dem Winter zu fliehen, aber auch um dem Vorweihnachtstrubel auszuweichen. Außerdem muss ich ehrlich zugeben, dass es mir nach zwei, drei Monaten zu Hause etwas zu eng wird und der "Zigeuner" (korrekt und unrassistisch: Angehörige der Volksgruppen der Roma und Sinti) in mir immer lauter um eine Reise bettelt...

Wie schon im Vorjahr war die Ferieninsel Gran Canaria das Ziel meiner Flucht, weniger wegen der Landschaft oder der Straßen, als wegen des konstant warmen Wetters und der günstigen Preise.

Doch gerade das Wetter zeigte sich anfangs der Woche von seiner schlechtesten Seite. Die starken Regenfälle und Gewitter führten zu Vermuhrungen entlang der Küstenstraße. So kam ich nach den ersten beiden Trainingstagen nicht mit sonnengebräuntem Teint a la Cippollini, sondern dreckverschmiert wie Musseuw bei Paris-Roubaix zurück ins Hotel. Petrus dürfte aber Mitleid mit mir gehabt haben, denn der Rest der Woche war sommerlich. Nach dem Training konnte ich sogar "Ausgleichsbräunungen" am Strand durchführen, um die "Ränder" meiner Raddress etwas zu kaschieren...

Selbst das Essen war diesmal wirklich vom Feinsten und die Schlacht am Buffet machte mir besonders viel Spaß. Beim Training habe ich nämlich Torsten Schmidt (Ex Teamkollege von Hannes Hempel bei Gerolsteiner) getroffen. Torsten war einige Zeit hinter mir hergefahren und hat mir dann, nach einigen Kilometern gestanden, dass er mich für "Hempi" gehalten hätte...  So dünn auszusehen macht natürlich Hunger! ;)

Wie schon gesagt, die Woche im Süden war wirklich traumhaft und nicht nur sportlich wertvoll, sondern auch für Seele und Geist ein Genuss!

Vorbereitung:

Vor ein paar Tagen hab' ich den Rückblick aufs 2002er Jahr verfasst und schon gilt es wieder nach vorne in Richtung 2003er Saison zu schauen... Von wirtschaftlichen Dingen oder meinem Team für nächstes Jahr kann ich leider noch nicht sprechen, aber nicht weil ich denke, diese Angelegenheiten wären Top Secret... Es gibt nur leider noch keine Verträge oder gar Zahlungen. Wenn mich jetzt einer fragt, ob mir diese Ungewissheit nicht langsam auf die Nerven geht, kann ich nur sagen: "Ja sicher!!!". In Zeiten wie diesen hat man als Radfahrer aber nur zwei Möglichkeiten: Entweder man findet sich mit dem "Nervenkitzel" ab, sieht ihn als "Part of the Game", oder man nimmt seinen Helm und geht... ins richtige Leben, wo alles mindestens genauso unsicher ist.

Ich hab' mich wieder mal für Variante A entschieden und vor fünf Wochen mit leichtem Training begonnen. Wobei man mit meinem Übergewicht nicht wirklich von leichtem Training sprechen kann... Aber egal! Gestern war nämlich der erste Tag an dem ich wieder den Eindruck hatte, mein Rad würde von Muskelkraft und nicht durch Frustration betrieben. Ein schönes Gefühl! Vor allem wenn ich daran denke, dass auf meinem Adventkalender schon ziemlich viele Türln offen sind und ich nach Weihnachten versuchen sollte, in wärmeren Gefilden die Tachonadel bis 40km/h zu "biegen"...

Wie auch immer, ich hoffe nur, dass ich mein Umfeld langsam fixieren kann und im nächsten Jahr wieder mehr Spaß beim "Radeln" hab' !

 

zum NEWS-ARCHIV:                                                                        

           2001  2002  2004  2005  2006