News 2007

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In aufrichtiger Trauer um meinen Teamkollegen Matzi und Mangels der richtigen Worte zu seinem tragischen Tod möchte ich all meine Leser einladen ihm unter http://www.backcountryriding.us/matzbacher die letzte Ehre zu erweisen...

 

In diesem Sinne: Good bye old friend!

C.

 

 

Das Jahr danach: Mein erstes Projekt...

Wie schon erwähnt, werd ich mir keine 19te Rennlizenz lösen, trotzdem hab ich mir fest vorgenommen Radfahrer zu bleiben und die Freude und Faszination am Rad fahren wieder zu finden und auch weiterzugeben.

Mein erstes Projekt, das ich zusammen mit meinen Freunden und Ex-Teamkollegen Patrick Riedesser und Christian Lener durchführen möchte, steht bereits in den Startlöchern. Zusammen werden wir versuchen unser Wissen aus insgesamt fast 50 Jahren Radrennsport weiterzugeben…

Vielleicht ist der eine oder andere poemer.com Leser ja mit dabei.

 

24.12.07

Seit meinem letzten Eintrag ist viel passiert, sehr viel, klar is' ja auch schon eine ganze Weile her… Was den Radsport angeht leider sehr viel Schlechtes, zu viel Schlechtes für meinen persönlich Geschmack.

Bewusst geworden ist mir das nicht erst jetzt, sondern irgendwann nach der Österreich Rundfahrt, vielleicht im Urlaub am Strand von Grado, oder bei der Sachsen Tour (Anm. parallel zur TdF).... In diesem Zeitraum hab ich im Altpapierkontainer auch noch ein Interview von mir selbst in die Finger bekommen, in dem ein für mich ganz wichtiger Satz steht:
„Ich war immer stolz Radprofi zu sein. Heute fällt mir das schwer.“

Für mich war das ein Zeichen. Das bedeutet schlicht und einfach, dass die achtzehnte Rennlizenz auch meine letzte sein sollte. Denn es ist wichtig stolz auf sich und sein Leben zu sein und hinter den Dingen zu stehen die man macht.

Ich hab dann meinen Rücktritt zum ersten mal, vielleicht etwas überhastet und von Moderator Franz Bachmayer überrumpelt in Wels (August) angekündigt. Seitdem versuch ich diese Zeilen zu schreiben, aber es fällt mir unglaublich schwer, immer noch…


Mir war's immer wichtig meine News-Berichte humorvoll und ironisch zu gestalten und eben das ist das schwierige an diesem Eintrag. Auch jetzt würden mir so viele ironische Seitenhiebe einfallen, aber alle würden auf Kosten des Radsports gehen, den ich immer noch liebe… Jene, die nicht nur Seitenhiebe sondern wirkliche Hiebe verdient hätten, würden sich ohnehin, wie immer in diesem Metier, kopfschüttelnd und vielleicht empört wegdrehen und statt sich mit konstruktiver Kritik auseinanderzusetzen, lieber überlegen wie sie's schaffen noch ein paar Euros mehr in die eigene Tasche zu wirtschaften… Und darum hab ich einfach keine Lust auf Ironie.

Ich bin keinen Tag zu lange, aber auch keinen Tag zu kurz Radrennfahrer gewesen und kann das zusammengesetzte Hauptwort das so lange meine Leben bestimmt hat endlich und mit einem unglaublichen guten Gefühl neu ordnen. Aus dem „Rad renn fahrer“ Christian Pömer ist der „Renn rad fahrer“ Christian Pömer geworden und das mit exakt 30 und darauf bin ich stolz…

Machs gut lieber Rad(renn)sport und danke für alles!

Und euch, liebe Leser, frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Christian
 

Die verflixte Dreizehn...

Für heute Montag hab ich mir bereits letzte Woche vorgenommen, wieder mal einen Tagebucheintrag zu verfassen. Insgeheim bin ich nach dem "GP der Volksbank Altheim" sogar davon ausgegangen, mal selbstbewusst über einen Erfolg schreiben zu können, anstatt selbstironisch über Missgeschicke, Unvermögen oder Schwäche zu berichten…

Zumal Glück ja bekanntlich was für schlecht Vorbereitete ist, zu denen ich mich wahrlich nicht zähle, leistete ich mir sogar den Luxus meine Startnummer "13" nicht, wie Branchen üblich, verkehrt herum ans Trikot zu nageln, sondern montierte die Unglücksnummer kühl und rational so wie jede andere Nummer. Was irgendwie beinahe an Hochmut grenzt, der ja bekanntlich vor dem Fall kommt, den ich kurz nach dem Start nur dank vieler Schutzengeln verhindern konnte, was ich, als nun zum Aberglauben Bekehrter, dem Kreuzzeichen das ich immer vor dem Start mache zuschreibe… Bevor ich mich nun aber am rutschigen Parkett zwischen Glauben und Aberglauben vollends verheddere und mir somit nicht nur den Unmut meiner Leserschaft sondern, viel schlimmer, auch jenen meines Vaters zuziehe und mich so neuerlicher Verfluchungen und daraus resultierenden endlosen Pechsträhnen aussetze, wend ich mich lieber wieder dem Sport zu, obwohl vielleicht sollt ich vorher doch noch rasch den Mahnungen der Trauner Kirchenbeitragstelle nachgeben und endlich meinen Beitrag überweisen…

Also: Im Rennen selbst lief's eigentlich wie erwartet gut, ich konnte aktiv fahren und war auch am doch recht langen Anstieg nie in Bedrängnis, konnte mir, man höre und staune, sogar mal einige Bergpunkte sichern. Gegen Ende des Bewerbes kristallisierte sich dann aber deutlich heraus, dass die Entscheidung doch nicht bergauf, sondern auf der kriminell gefährlichen Zielanfahrt fallen würde. Dennoch konnte sich am finalen Anstieg Martin Riska (Swiag) lösen, dahinter bildete sich eine gut 20 Mann starke Gruppe, der auch ich angehörte,  die aber bergab noch durch einige Kamikaze ergänzt wurde… Im Sprint kam's dann wies kommen musste, schwere Stürze. Trotz Unglücksnummer kam ich zwar nicht zu Fall, musste aber stehen bleiben und verlor somit alle Chancen auf ein Topresultat, was mir im ersten Moment fast noch mehr weh tat.

Ich weiß, mit der Kritik an Rennveranstaltern ist's immer so eine Sache, diesmal kann ich's mir aber dennoch nicht verkneifen. Denn die Zielanfahrt war einfach skandalös eng, der schmale Kreisverkehr, nur 200m vor der Linie eine unnötige Gefahr. Unnötig vor allem deshalb, weil der Viper GP unverdienter Weise unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand und der Zielstrich meiner Meinung nach an jedem beliebeigen Punkt der Runde hätte sein können… Schade, dass eine gut und liebevoll organisierte Veranstaltung so in Gefahr gebracht wird.

Was seit meinem letzten Eintrag sonst noch geschah: Sportliches Highlight war sicher das Memorial Marco Pantani, bei dem ich meine neu entdeckten Qualitäten als Rolleur ausspielen konnte und endlich auch mal in Italien in einer Spitzengruppe präsent war und das über fast 90km, danach auch noch recht passabel kletterte und letztendlich mit der zweiten Gruppe umgeben von Giro Stars wie Bruseghin, Sella oder Noe Richtung Ziel fuhr.

Letzte Woche simulierte ich zusammen mit Werner Riebenbauer eine Rundfahrt, eine harte Rundfahrt. Zuerst starteten wir in Braunau und Ranshofen, danach zwei Tage Bergtraining von Bad Ischl aus und quasi als Schlussetappe der Große Volksbank Preis von Altheim. In Altheim hab ich mich selbst überrascht, denn obwohl ich auf der "fünften Etappe" alles andere als frisch war, konnte ich ein wirklich aggressives Rennen fahren und musste mich im Sprint des Feldes nur knapp Peter Pichler geschlagen geben.

Letzen Samstag war ich bei der Tour de Traun im Einsatz wo ich mich als Domestik des Trauner Bürgermeisters endlich mal persönlich für die "Trauner Spitzensportförderung" revanchieren konnte. Auf den knapp 130km von der Volksbank in Obertraun nach Traun hatte ich nicht nur die Ehre mit einstigen Radgrößen wie Hans Traxler, Herbert Seidl oder Reinhard Waltenberger über einst und jetzt zu plaudern, sondern konnte auch meinem Kapitän, Bürgermeister Seidl, zu einem souveränen Sieg verhelfen… Ich hoff ähnliches gelingt mir auch mit meinem Volksbank Captain bei den Staatsmeisterschaften und, oder der Österreichrundfahrt…

 

 

Rheinland – Pfalz
(23.05.07)


Die Rheinland Pfalz ist für mich nach den ganz großen Events im Radsportkalender eines jener Rennen mit einer ganz besonderen Aura. Mein langjähriger Trainer Ludwig Kretz hat dort, ich weiß nicht wann genau, für Schlagzeilen gesorgt. Gelbes Trikot erobert, dann Kollision mit einem Pferdefuhrwerk. (Womit auch geklärt wäre, wann das ungefähr gewesen sein muss…) Wochenlanger Krankenhausaufenthalt in Deutschland. Für den kleinen Christian war dies immer eine wirklich spannende Geschichte, fast eine Heldensage. Nur leider hab ich mir über all die Jahre nur die beiden Höhepunkte, Gelbes Triokot und Sturz, gemerkt… Doch das hat sich rasch geändert, bereits beim Studium der Streckenprofile sind mir die verblassten Details dieser Anekdote wieder eingefallen: "Kein Meter flach, nur rauf und runter, unglaublich schwer…" Ludwig, ich muss sagen du hattest recht, es war wie du’s immer gesagt hast, wieder mal…
Aber irgendwie ist es mir trotzdem gelungen, mich an die Spuren meines langjährigen Trainers zu heften. Bereits auf der ersten Etappe konnte ich, nach vielen vergeblichen Versuchen, endlich mein blaues Volksbank Trikot in einer Fluchtgruppe präsentieren, noch dazu fast 100km lang…  Auch wenn ich gern dort weiter gemacht hätt, wo Ludwig Kretz irgendwann in den sechziger Jahren (gab es da noch Pferdefuhrwerke?) aufgehört hat, kams leider nicht zum Happy End.
Der "T-Mobile-Express" hielt uns den ganzen Tag über an der langen Leine und stellte uns pünktlich fürs Finale, aber ich hab's zumindest versucht und zusammen mit meinem Teamkollegen Mariusz Witecki sicher einige Sympathiepunkte für die Volksbank Equipe erkämpft, hart erkämpft…
Dafür fühlte ich mich in der Regenschlacht am „Tag danach“ original so wie Trainer Kretz… direkt nachdem er gegen das Pferdefuhrwerk gestoßen war. SCHMERZ
Noch dazu hatte ich zum ungünstigsten Zeitpunkt Defekt und war somit wirklich ohne jede Chance ins Finale einzugreifen, um das zu tun was ich am besten kann: Sprints vorbereiten… Rene Weissinger wurde trotzdem Zweiter, geschlagen um ein paar Zentimeter, wer weiß was gewesen wäre wenn… Aber egal.
Im weiteren Verlauf der Rundfahrt waren wir dank der kompakt guten Mannschaftsleitung dann plötzlich Mitten im Kampf um den Gesamtsieg, was mir wirklich alles abverlangte, sollte doch keine Gruppe ohne einen "blauen" laufen…  Auch wenn’s am Ende wegen einiger läppischer Sekunden nicht klappte können wir, denk ich recht zufrieden bilanzieren.
Ein Podest-Platz, dritter Platz in der Mannschaftswertung, jeden Tag mindestens ein Fahrer unter den Top Ten und in wirklich allen Ausreißergruppen präsent… Aber so ist's eben im Sport, was zählt ist nicht der Durchschnitt oder die schlechten Tage. Am Ende der Saison geht’s darum, wer die meisten wirklich guten Tage hatte und wie schon erwähnt, auf dieses Konto können wir die "Pfalz" ganz sicher verbuchen.
 

 

GP Larciano und Giro di Toskana: Eine Toskana Rundfahrt?
(10.02.07)


Drei Tage in der Toskana, noch dazu im Wonnemonat Mai, gute Hotels, noch bessere Küche und der (zweit) beste Masseur der Welt (der Beste ist Christoph Riedl aus Linz; ich hoff der liest das auch...) als Reisebegleiter. Irgendwie klingt das doch nach dem ewigen Frauentraum, oder zumindest nach dem ewigen Traum meiner Freundin, oder wahrscheinlich doch fast jeder Freundin oder Ehefrau oder LAP oder wie das politicly correct heut heißt…


Na,- wie auch immer liebe Leser, auch Sie kennen doch sicher die Toskana-Fotos aus den Reiseprospekten, oder auf der Olivenölflasche oder vom Rotweinetikett. Da ist doch immer dieser Berg drauf, der mit der schönen alten „Casa“ und den Pinien daneben… quasi so wie der Eiffelturm zur Parisreise lädt. Das Problem ist nur, dass es in Paris wirklich nur diesen einen „Tour Eiffel“ gibt, die Toskana jedoch von oben bis unten von diesen widerwärtigen „Pickeln“ mit dem Haus und den Pinien obendrauf übersäht ist. Nicht dass Sie jetzt meinen, ich hätt kein Auge fürs Schöne, und keine Ahnung davon was Frauen und kultivierten Menschen halt so gefällt, aber mit dem Rad und einer Nummer am Rücken kann ich an den „Colli“ der Toskana einfach nix schönes finden.... Und überhaupt sind das keine Hügel sondern Berge!!!

Noch dazu waren wir auch noch so schlau, dem aktuellen Italientief entgegen zu fahren und haben es dann auch noch zurück über die Alpen begleitet. Wobei ich möchte gar nicht über den Regen jammern, die Landwirte hatten ihn wohl bitter nötig und wir Radfahrer brauchen uns heuer ohnehin nicht beschweren.

Also wo war ich stehen geblieben? Ah genau, Toskana, Radrennen.

Wie gesagt, ich war nicht gerade erfreut, dass mich eine kurzfristige Planänderung zu diesen zwei Klassikern in den Klettergarten des Radsports verschlagen hat, noch dazu so kurz vorm Giro… Trotzdem war ich natürlich bemüht, das Beste aus dieser Mission zu machen.


Tag eins war irgendwie aussichtslos, denn als Retourkutsche für meine schüchternen Versuche die Volksbankfarben in einer Spitzengruppe zu zeigen, bekam ich bergauf eine ziemlich deutliche Abfuhr, und so war ich vom Start weg eigentlich nur am Leiden. Dennoch sei erwähnt, dass sich die Qualität meiner direkten Leidensgenossen seit der „Bergamaca“ schon um einiges gebessert hat. Immerhin hab ich mich vom Schatten des Skandalsprinters Quaranta, dem so zirca schlechtesten Bergfahrer der Welt, zu Balducci Cadamurro und Riedesser in die Gruppe geschlichen, auch keine echten Adler, aber zumindest nicht gänzlich „flugunfähig“…
Tag zwei war dann topographisch etwas einfacher. Nach einem flachen einrollen folgte ein, oder eigentlich zwei länger Anstiege, die ich unbedingt „überleben“ wollte, um im langen Flachstück danach mal endlich in einer Spitzengruppe präsent zu sein. Bergauf hielt ich mich zwar recht wacker, in der Ebene fehlte mir dann aber das nötige Glück oder der „Riecher“ und ich versäumte die Gruppe. Aber immerhin waren meine Versuche deutlich sichtbar. Den Rest des Tages verbrachte ich dann, recht komfortabel von den Volksbankjungs umzingelt, in der Einserreihe am Weg Richtung Arezzo.
Wobei eine kleine Krise, oder eher einen Gewissenkonflikt galts trotzdem zu meistern: Wie schon angedeutet konnte mich meine Freundin trotz unzähliger Versuche bisher nicht zu einer Toskana Rundreise überreden. Jedoch musste ich ihr hoch und heilig versprechen niemals ohne ihr nach Siena zu fahren. Können Sie sich vorstellen wie ich mich fühlte, als die Wegweiser nach Siena immer dichter und die Zahlen hinter dem Ortsnamen immer kleiner wurden… Gott sei dank bogen wir dann rechtzeitig Richtung Arezzo ab, da konnte ich sogar gelassen über die Tatsache hinweg sehen, dass die Rennstrecke mitten durch ein heftiges Gewitter führte.


Zurück zum Radsport: Meine letzte Aufgabe war's dann, Andreas Matzbacher in optimaler Position in den finalen Anstieg zu bringen, was mir auch recht gut gelang. Immerhin wurde mein Einsatz mit einer warmen Dusche belohnt…

Fazit: Die Bergform wird langsam besser, und die Toskana is gar nicht so furchtbar wie ursprünglich gedacht. Ich hoff die Qualen am Berg machen sich bei meinem nächsten Einsatz - der „Pfalz“ - bezahlt und ich kann meinen Teil beitragen, endlich den ersten Podestplatz für das bisher schlichtweg glücklose Volksbank Team zu erkämpfen.
 

(03.05.07)

Nachdem ich meine letzten Tagebucheinträge nur auf der Team Volksbank Webseite veröffentlicht habe, wollte ich nach der Settimana Lombarda mal wieder einen wirklich guten Bericht für poemer.com basteln. Ist mir auch fast gelungen, fast, denn ganz zufrieden war ich trotz vielen Herumformulierens nie. Und dann war's auch schon wieder Zeit die Koffer oder besser gesagt "Head Tour Bags" für meine  "Tour en France" zu packen.


Noch kurz ein Nachtrag von der Lombardei Rdf.: Aufgrund des bergigen Terrains hab ich mich ausschließlich auf die Sprintetappe konzentriert, dort aber nur einen eher mittelmäßigen 15. Platz ersprintet. Ansonsten hatte ich auf der ersten Etappe einen Sturz zu verbuchen und war fast ausschließlich mit Ivan Quaranta, dem Italienischen Skandalsprinter unterwegs… was nicht wirklich für meine Bergform spricht aber egal, es war eben erst die erste Rundfahrt.

Tour en France

Aller guten Dinge sind drei, aller schlechten hoffentlich auch.
Von meiner Frankreich Rundfahrt werden mir in erster Linie die vielen Pannen in Erinnerung bleiben… und die endlosen Autofahrten.
Bei Paris Camembert war der Sattel meiner neuen Corratec Rennmaschine um 2cm nach hinten gerutscht, der Druck am Pedal deshalb eher mager und mein Rennen mangels motivierter Weggefährten nach der letzten Zieldurchfahrt, also 180km vorbei.
Bei der "Tour de Finisterere" dann ein Kettenriss im Finale knapp 20km vor dem Ziel. Es wär zwar nicht mehr um den Sieg gegangen und auch um keinen Top Ten Platz trotzdem hätt ich meine passable Leistung auch gern auf der Ergebnisliste dokumentiert gehabt. Übrigens sei hier noch erwähnt, dass wir Ketten verwenden die anders als die Konkurrenzprodukte NIE reißen… aber irgendwie dürfte die Kette zwischen Rahmen und Kettenblatt gerutscht sein und wurde dadurch beschädigt. Aber egal, wie gesagt für mich bleibt unser Produkt zu 100% die erste Wahl.

Tro Bro Leon war dann ein echtes Erlebnis, galt es doch 29km auf Natur und Schotterstraßen zu bewältigen. Leider waren wir mit normalen 22mm dicken Vredestein Schlauchreifen angetreten, auf asphaltierten Straßen und auch bei Regen, also quasi immer, ein echter Wettbewerbsvorteil.
(Österreichs Kurvenflitzer Nr. 1 kauft den Vredestein Fortezza trotz anderem Teamsponsors sogar selbst und übermalt das Logo…!!!)
Für Feldwege mit ziemlich großen, spitzen Steinen aber einfach zu schmal. So kam es, dass ich alleine im Finale 3 Platte zu verbuchen hatte und auf den jeweils mehr als wilden Aufholjagden einfach zu viel Körner lassen musste und im Staub des Begleitkonvois zu allem Überfluss auch noch zu Sturz kam. Am Ende fehlte mir dann einfach die Kraft mit Krämpfen in Händen, Armen und Beinen, unfähig die Gänge zu wechseln, kam nicht mehr als ein 21. Rang heraus. Trotzdem bin ich formmäßig nicht unzufrieden und hoff bei meinen nächsten Rennen auf etwas weniger Pech, oder mehr Glück, vielleicht gelingt mir dann auch ein erstes Resultat.
 

Ende der Amnesie: Trainingslager

(27.01.07)

Ich weiß nicht, ob’s eine große Stärke des Radfahrers ist, oder einfach nur eine nervige Marotte: Schnelles vergessen.

Denn bereits nach der erfolglosen Zieldurchfahrt beginnt  der im Sport fast lebensnotwendige Prozess der Amnesie, der wenig später unter der Brause seinen Höhepunkt findet und bis zum Abendessen - das so oft einziger Lohn eines harten Wettkampftages bleibt - locker sämtliche Erinnerung an die Strapazen und Qualen der vorangegangenen Niederlage gelöscht hat. Somit kann man als Sportler quasi bereits am Tag der Niederlage wieder mutige Pläne und Kampfstrategien für den Tag danach schmieden…

Ganz besonders schnell geht’s mit dem Vergessen jedoch nach dem letzten Rennen einer Saison. Schon nach einem kleinen Urlaub, ein paar "Damenspitzerln" und mitten in der Vertragsverhandlung ist eines klar: nächstes Jahr wird alles anders und eigentlich war ja auch die letzte Saison wirklich gut, zumindest körperlich war man immer einer der Stärksten, aber gut, hie und da hat einfach das Glück gefehlt und so ist aus diesem und jenem Sieg eben doch nur ein 12., 13. Platz geworden… und so weiter und sofort…

Bei den ersten Trainingseinheiten – mutig, Armstrong like, bei widrigsten Bedingungen abgehalten - bestätigt man sich diese Erkenntnisse, mangels Gegner meist eindeutig und dann, wenn man schon genau weiß wie man sein Weltmeister-, oder, bleiben wir am Boden, österreichisches Meistertrikot im darauf folgenden Jahr designen wird, ist meistens Weihnachten und das Platzen des Winternachtstraumes meist nur noch eine Frage der Zeit.

Trainingslager!

Abreise ca. dann, wenn andere den Neujahres-Kopfschmerz - den man sich selbst hochprofessionell erspart hat - gerade halt mal besiegt haben. Treffen mit den Trainings- und Teamkollegen am Flughafen… Erste Einschätzungen a la: "Der schaut stark aus, der weniger, uh, der is dünn, ob des ned zu früh is…"

Doch dann, schon nach wenigen Kilometern unter der Sonne des Südens ist eines klar: Der Radsport ist schwer wie immer und eigentlich hat sich nix verändert.

Ich sprech da aus Erfahrung, muss ich ehrlich zugeben. Obwohl ich im Laufe der Jahre gelernt habe, meine Leistungen einzuschätzen, was mit modernen Geräten zur Trainingssteuerung und Leistungsüberwachung auch nicht mehr ganz so schwierig ist. Eigentlich war's bei mir heuer fast umgekehrt, denn mein Leistungsmesser war die ganze Vorbereitung über falsch kalibriert und die erschütternden Referenzwerte meiner Teamkollegen doch gar nicht weit von dem entfernt, was ich selbst zu leisten im Stande bin…

Wirklich aus der Rolle ist bei unsrem Trainingslager in Calpe/Sp lediglich Gerhard Trampusch gefallen, der Naturgewalten wie die Erdanziehungskraft, Gegenwind, Müdigkeit und was es da sonst noch alles gibt, seit drei Wochen schlicht weg ignoriert, um nicht zu sagen verhöhnt. Abartig, was der Kitzbüheler Horn Sieger von 2005 am Rad leistet und wie er’s wegsteckt und Ribi und mich auch noch haushaltstechnisch entlastet.

Ansonsten hab ich am Trainingslager wenig Aufregendes erlebt, wobei mir die Trampusch-Leistung als Erlebnis ohnehin schon ausreicht. ;-)

Mit meinem Zustand bin ich eigentlich recht zufrieden, das Gewicht passt und auch sonst scheint alles Plan mäßig zu laufen. Wobei ich halt immer wieder den Hans Krankl zitieren muss: "A Training is a Training und a Gspiel is a Gspiel". Soll heißen, Training hat mit Rennen meist wenig zu tun.

Wesentlich aufregender wird’s dann in der ersten Februar-Woche. Teamtrainingslager in der Toskana. Dort steh ich dann nicht nur mit meinen andren Teamkollegen erstmals am Prüfstand, sondern bekomm auch das neue Material.

Unglaublich eigentlich, wie sehr man sich als Sportler auch nach beträchtlicher Zeit im Metier noch auf die neue Ausrüstung freut. Für mich ist das wirklich noch eine echte Motivation. Besonders freu ich mich nicht nur das gelbe Trikot abzulegen, an dem ich mich schon etwas abgesehen hab, sondern als Technikfreak auch auf die neue Rennmaschine. Von Corratec wird sie sein, elegant in schwarz weiss gehalten und speziell auf die Wünsche der jeweiligen Rennfahrer abgestimmt.  Wobei für mich als Allrounder diese Abstimmung weniger schwierig ist, da ich ein Rad brauche das halbwegs leicht ist und zudem auch die nötige Festigkeit für die Sprints bietet. Ich muss sagen, auch wenn ich mit meinem Radsponsor die letzten Jahre über sehr zufrieden war, kann ich den Umstieg kaum mehr erwarten. Vor allem, weil ich überzeugt bin, dass die Corratec Maschine ganz was spezielles sein wird, zumal bei diesem Rad deutsche Gründlichkeit auf italienisches Design und Know How trifft. Der Rahmen wird nämlich von der italienischen Rahmenbau Legende Mauro Sannino entworfen und gebaut und im deutschen Raubling von Hand gefertigt... Quasi ein Porsche mit Lamborghini Flair. Ich glaub besser geht’s einfach nicht.

 

 

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